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Heute vor 20 Jahren am 24.5.2003 ūüėĒ GEHIRNBLUTUNG

Mit Marion verlebte ich ein wundersch√∂nes anfallsfreies Jahr. Wir haben gemeinsam viel unternommen, und hatten eine spannende Zeit. Meine Anf√§lle waren fast in Vergessenheit geraten. Keppra half unglaublich gut, au√üer M√ľdigkeit hatte ich kaum Nebenwirkungen. Ich war sehr gl√ľcklich, alles war so unbeschwert. Eine kleine Einschr√§nkung gab es. Im M√§rz 2003 begannen meine Lymphknoten im ganzen K√∂rper anzuschwellen. Ich wurde vorsichtig und ging zur Endokrinologie und lie√ü mich untersuchen. Zur Sicherheit wurde mir rechts am Hals ein Lymphknoten entfernt, es gab aber keinen spannenden Befund, alles war in Ordnung.
Am 16. April 2003 war es dann so weit, ich war ein Jahr anfallsfrei. Ich war Frau Dr. Schmitz unglaublich dankbar, dass mein K√∂rper so gut auf das Keppra angeschlagen hatte. Am 23. Mai hatte ich zwei Flaschen Sekt besorgt und bin zu ihr in die neurologische Ambulanz gefahren und wollte mich bedanken. Sie freute sich mit mir, es war ein wundersch√∂ner Arztbesuch. Abends bin ich dann noch zu Penny einkaufen gegangen. Ich √ľbernachtete bei Marion und sp√§t am Abend stellte ich fest, dass ich mein Portmonee bei Penny liegen gelassen hatte.
Am n√§chsten Morgen wollte ich gleich fr√ľh aufstehen, um das Portmonee zu holen. Um acht Uhr machte Penny auf. Es war ein Weg von etwa einem halben Kilometer.
Auf dem Weg bekam ich pl√∂tzlich sehr starke Kopfschmerzen. Ich konnte mir das nicht erkl√§ren. Ich fiel zu Boden. Ich stand wieder auf, rappelte mich hoch. Ich dachte nur an das bl√∂de Portmonee und wankte weiter. Wieder schoss mir der Schmerz in den Kopf, schon war ich erneut am Boden. Es war absolut unerkl√§rlich f√ľr mich. Von meiner Epilepsie kannte ich so etwas nicht.
Schlie√ülich erreichte ich das Gesch√§ft. Die Pennyverk√§uferin konnte sich noch an mich erinnern und √ľbergab mir das Portmonee. Alles Geld und meine Papiere waren noch drin. Ich schrie auf. ‚ÄěWas ist mit ihnen?‚Äú fragte sie sehr besorgt. ‚ÄěIch wei√ü es nicht, Kopfschmerzen‚Äú sagte ich. Dann bin ich raus, und machte mich auf den R√ľckweg in Marions Wohnung. Auf dem Weg bin ich noch ein paar Male hingest√ľrzt und war v√∂llig erschrocken von diesem unglaublichen Schmerz. Mein Nacken war steif, ich fing an, zu kotzen. Mitten auf der Stra√üe. Dann erreichte ich schlie√ülich Marions Wohnung und schleppte mich die zwei Treppen herauf. Ich klingelte, sie √∂ffnete die T√ľr. ‚ÄěIch hab was ganz Schlimmes‚Äú sagte ich ihr ganz aufgeregt, ich schrie wieder lauthals auf. ‚ÄěKopfschmerzen, ruf den Notarzt‚Äú br√ľllte ich. Dann warf ich mich aufs Bett, und wurde f√ľr einen Moment ohnm√§chtig. Ich erwachte und schrie wieder.
Minuten sp√§ter standen der Notarzt und die Sanit√§ter in der Wohnung. Wieder schrie ich auf vor lauter Schmerzen. Sie legten mich auf eine Trage und brachten mich zum Krankenwagen. Mein Nacken war so unendlich steif, ich kotzte dem Sanit√§ter auf die F√ľ√üe. Der Schmerz war grausam, ich fiel wieder in Ohnmacht. 10 Minuten sp√§ter waren wir im Virchow in der medizinischen Notaufnahme. Ich schrie, wie am Spie√ü. Die Notaufnahme war total √ľberf√ľllt. Meine Trage wurde in einen Nebenraum geschoben und die T√ľr wurde geschlossen. Ich dachte, das kann doch nicht sein, warum tut keiner was. Ich griff zu meinem Handy in der rechten Hosentasche und rief Marion an. ‚ÄěKomm Marion, hilf mir, die haben mich abgeschoben‚Äú wimmerte ich ins Telefon. Marion war dem Notarzt ins Virchow gefolgt. Ich wurde wieder ohnm√§chtig in diesem grausamen schummrigen Zimmer. Als ich die Augen √∂ffnete stand Marion mit einem Arzt neben meiner Trage. Dann setzte mein Erinnerungsverm√∂gen aus, ich fiel ins Koma.
Als ich wieder erwachte, waren 3 Tage vergangen.
Ich lag voll verkabelt und √ľberwacht auf der Neurochirurgischen Intensivstation im Virchow.
‚ÄěSie hatten eine Subarachnoidalblutung, wir haben sie gecoilt‚Äú sagte ein Pfleger pl√∂tzlich zu mir. Er hatte bemerkt, dass ich erwacht war. Ich verstand nur Bahnhof. Ich war mir auch √ľberhaupt nicht bewusst, was los war, wie es mir ging, ich musste erstmal nachdenken. Langsam d√§mmerte mir, dass ich starke Kopfschmerzen hatte. Ich konnte mich erinnern. Dann tastete ich meinen Kopf und K√∂rper ab. War alles noch dran? Ich bewegte Arme und Beine, pr√ľfte mein Gef√ľhl. ‚ÄěIch muss auf Klo‚Äú sagte ich pl√∂tzlich. Der Pfleger schaute mich pr√ľfend an. ‚ÄěDas kann nicht sein, Sie haben einen Blasenkatheter‚Äú antwortete er.
Es dauerte wohl noch so einige Stunden, bis ich begriffen hatte, dass ich unendlich viele Schutzengel gehabt hatte. Das ich noch denken und mich bewegen konnte, dass alles noch heil war. Ich dankte Gott.
Am späten Nachmittag kam Marion zu Besuch. Wir schlossen uns fest in die Arme. Ich war ihr wahnsinnig dankbar, dass sie mir so sehr zur Seite stand.

p.s. ich mu√ü zur erstbehandlung in der charit√© schreiben: ich hatte 2003 keine f√§higen √§rzte‚Ķ. der erste neurochirurg, der mich dort in der notaufnahme behandelt hat‚Ķ. war der totale volltrottel‚Ķ. ich war morgens um 8:14 uhr in der notaufnahme angekommen‚Ķ. dann hat er das erste ct falsch befundet und vertauscht‚Ķund mich liegen gelassen‚Ķ. erst um 23:00 uhr kam ich in die angiografie zum coiling‚Ķ.15 stunden !!!!‚Ķ war nix passiert‚Ķ..es war eine blutung grad IV ‚Ķ.. hunt&hess‚Ķ. auf seinem arztbrief hat er hinterher nur grad I notiert‚Ķ er war ja nur “arzt im praktikum”‚Ķ. als ausrede bekam ich zu h√∂ren‚Ķda seien noch 4 andere schlaganf√§lle ich der notaufnehme zur selben zeit gewesen‚Ķund man f√ľhlte sich von meinem lauten, vor schmerz schreien gest√∂rt‚Ķ.bis ich ins koma fiel‚Ķ..nur meine damalige freundin war aufmerksam‚Ķ. doch damit nicht genug‚Ķ.vor lauter schlechtem gewissen und angst, da√ü ich die charit√© im nachhinein verklage, bekam ich in der gesamten zeit ein einzelzimmer, top essen und die leitende ober√§rztin kam t√§glich zu mir ins zimmer und erkundigte sich nach meinem wohlbefinden‚Ķ. alle taten superf√ľrsorglich‚Ķ weil allen bewu√üt war, da√ü sie schuld h√§tten, wenn ich doch abkacke‚Ķ.. total pervers und hat nicht den namen charit√© verdient‚Ķ.. am ende hab ich mir gesagt‚Ķ. wenn ich sie jetzt verklage, macht das den kohl auch nicht fett‚Ķ.

Ich schreibe jetzt mal eine kleine R√ľckschau zu dieser Erkrankung und mache eine Zusammenfassung:
Im Mai 2003 hatte ich also aufgrund eines geplatzten linken pica Aneurysmas eine Subarachnoidalblutung. Noch in der gleichen Nacht wurde das pica Aneurysma in der Charit√©, Campus Virchow Klinikum gecoilt (Platinkn√§uel wird √ľber die Leiste in das Aneurysma geschoben, damit wird der Blutfluss gestoppt). W√§hrend dieser Angiographie wurde noch ein media Aneurysma rechts gefunden. 2 Monate sp√§ter, im Juli 2003 wurde dieses rechte media Aneurysma geclippt (in einer offenen Sch√§del OP wird ein Titanclip an der Arterie platziert und damit das media Aneurysma abgeklemmt). Anschlie√üend war ich 3 Wochen in der Reha Behandlung in der Havelklinik in Berlin Spandau.

Im M√§rz und im April 2004 hatte ich eine TIA (transitorische isch√§mische Attacke), die durch das gecoilte pica Aneurysma verursacht wurden. Man entschloss sich das linke, gecoilte pica Aneurysma zu clippen. Das geschah dann im Mai 2004. Am 27.05.2004 kam ich ins Virchow (OP am 28.05.2004) und wurde am 10.06. entlassen und bin dem lieben Gott und den √Ąrzten und Pflegekr√§ften der Station 2 der Charit√©, Campus Virchow Klinikum sehr dankbar. Leider ist nun aber zwar das pica Aneurysma geclippt worden, aber durch die OP kam es zu Paresen (L√§hmungen) an Gehirnnerven (linksseitige Stimmlippenl√§hmung mit Schluck- und Sprachproblemen, vier Paresen (Nervus glosso pharyngeus IX + hypoglossus XII + vagus X + accessorius XI), sowie hammerharten, z. Zt. pharmakoresistenten Kopfschmerzen).
Vom 19.06. – 25.06.2004 war ich station√§r im Evangelischen Krankenhaus K√∂nigin Elisabeth Herzberge, um die Kopfschmerzen behandeln zu lassen – ab dem 25.06.2004 war ich wieder zuhause und hoffte, dass nun alles gut w√ľrde – und superkomplizierte “Homepagebastelei” ist gegen die Kopfschmerzen besser und empfehlenswerter, als Opiate oder Lidocain Infusionen‚Ķ:-)))‚Ķ. Nach etwa einem halben bis dreiviertel Jahr waren die Paresen besser, es ging mir den Umst√§nden entsprechend gut.

Im Juni 2010 und Sonntag, den 5.12.2010 hatte ich TIA Probleme und bin ins Vivantes Klinikum Friedrichshain gefahren. Am 8.12.2010 wurde ein MRT gemacht und ein neues media Aneurysma gefunden. Am darauffolgenden 10.12.2010 wurde eine Angiografie zur Bestätigung gemacht. Es fand sich sowohl das neue media Aneurysma, als auch ein neues pica Aneurysma. Am Wochenende hatte ich Krankenhausurlaub und sollte mich Montag den 13.12.2010 in der Neurochirurgie des Vivantes Klinikums Friedrichshain bei Prof. Moskopp vorstellen und stationär aufgenommen werden.
Es kotzte mich an, ich war nur noch fertig, und dachte ich h√§tte 2003 und 2004 alles √ľberstanden!!!
Jetzt war ich schlauer. Das pica Aneurysma sollte gecoilt (Platindraht wird √ľber die Leistenarterie zum Kn√§uel in das Aneurysma geschoben) werden, evtl. musste ein Stent in die Hirn Arterie geschoben werden. Damit der Blutfluss gew√§hrleistet bleibt und es nicht zu Verklumpungen kommt, muss ich Blutverd√ľnner √ľber mindestens 1 Jahr schlucken. Mit Blutverd√ľnner kann aber nicht operiert werden, deshalb wird vorher das media Aneurysma geclippt. Freitag, den 17.12.2010 ist der Clipping Termin – also die gro√üe OP mit Kopf aufs√§gen etc‚Ķ Boah, mir war schon ganz andres.
Schlie√ülich habe das media Clipping √ľberstanden, ein herzliches Danke an Herrn Prof. Dr. Moskopp aus dem Vivantes Klinikum im Friedrichshain.
Was dann noch blieb, und außerordentlich kompliziert verlief, war das neue, linke pica Aneurysma, welches aufgrund der Paresen von 2004 am besten nicht geclippt werden sollte. Allerdings ist ein Coiling nahezu unmöglich. Die pica Arterie ist nur 1mm dick, und von dort geht das neue pica Aneurysma ab. Alles äußerst schwierig.
Ich hatte einige Hilferufe per E-Mail an die f√ľhrenden Neuroradiologen in Deutschland verschickt und um Hilfe gebeten. Ich erhielt sehr nette und hilfreiche Zuschriften. Prof. Dr. Ren√© Chapot aus dem Alfried Krupp Krankenhaus in Essen hat dann das pica Aneurysma gecoilt. Am 16.03.2011 bin ich nach Essen gereist, am 17.03. war das Coiling. Ich war f√ľrchterlich aufgeregt und hoffte, dass nun alles gut w√ľrde.
Meine Aufregung und Sorge war unbegr√ľndet. Prof. Dr. Chapot hatte das pica Aneurysma wunderbar gecoilt, zus√§tzlich hatte er einen Stent eingebaut. Es ging mir wieder gut.
Jetzt musste ich mal rechnen:
Mittwoch, den 16.03.2011 bin ich um 8:50 in Berlin los, war 12:35 in Essen
sofort vom Hauptbahnhof mit dem Taxi in die Klinik
dann zur Anmeldung und Aufnahme
alles am Nachmittag: EKG, Blutabnahme, MRT, Blutgaswerte, Anästhesiegespräch, Arztgespräch, Aufnahmegespräch mit dem Pflegepersonal
um 16:30 war alles erledigt, ich bekam nachträglich mein Mittagessen
um 18:30 kam Prof. Dr. Chapot ins Zimmer und f√ľhrte mit mir das entscheidende Gespr√§ch – er nahm sich Zeit f√ľr alle meine Fragen und war sehr nett.
um 24:00 die letzte Zigarette.
dann Donnerstag um 7:00 runter zum Coiling – 11:00 fertig – auf Intensiv mit Druckverband und Blasenkatheter (sehr angenehm, weil ich immer so viel trinke).
von 11:00 bis 11:00 am Freitag 24h stramm liegen
dann Freitag 11:00 Entfernung von Druckverband und Blasenkatheter, Mobilisierung durch das Pflegepersonal – ich darf mich anziehen und eine rauchen gehen
dann alles normal, Essen, Spazierengehen, rauchen – ich war sogar am Samstag um 16:30 in der Kapelle zum evangelischen Gottesdienst – alles super
dann Sonntag nach dem Fr√ľhst√ľck Abreise. Ein Taxi brachte mich um 9:00 zum Hauptbahnhof
ICE um 10:23 nach Berlin – Ankunft Berlin: 14:30
das war`s – alles easy going.
Ach so, Blutverd√ľnner musste ich ab jetzt schlucken: Plavix morgens 75mg (3 Monate lang), ASS morgens 100mg lebenslang.

Hirnaneurysma Facebookgruppe 2. Geburtstag

Heute ist der 2. Geburtstag unserer geschlossenen Hirnaneurysma SAB Gruppe¬†ūüôā¬†3.7.2018 – 3.7.2020. Danke, da√ü Ihr dabei seid, und Euch so toll beteiligt.¬†ūüôā¬†Wir sind heute 605 Mitglieder¬†ūüôā¬†toll¬†ūüôā¬†Liebe Gr√ľ√üe,¬†Mir Ella,¬†Carmen K√∂ger,¬†M√ľller Jasmin¬†und¬†Susanne Albers

Wenn auch Du mitmachen möchtest, melde Dich bitte an und beantworte unsere 3 Fragen:

https://www.facebook.com/groups/sabhirnaneurysmaerfahrung/

Hirnaneurysma Facebookgruppe 1. Geburtstag

Heute ist der 1. Geburtstag unserer geschlossenen Hirnaneurysma SAB Gruppe¬†ūüôā¬†3.7.2018 – 3.7.2019. Danke, da√ü Ihr dabei seid, und Euch so toll beteiligt.¬†ūüôā¬†Wir sind heute 337 Mitglieder¬†ūüôā¬†toll¬†ūüôā¬†Liebe Gr√ľ√üe,¬†Mir Ella,¬†Carmen K√∂ger,¬†M√ľller Jasmin¬†und¬†Susanne Albers

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