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Es ist Zeit, mal wieder Goethes Faust I. zu lesen

Hallo liebe Homepagegäste,

habt ihr nicht auch mal wieder Lust auf Goethes Faust I.?

Auf den folgenden Seite könnt ihr eintauchen:

1. Zueignung2. Vorspiel auf dem Theater3. Prolog im Himmel4. Nacht5. Vor dem Tor 6. Faust und Wagner Osterspaziergang7. Bauern unter der Linde. Tanz und Gesang 8. Studierzimmer9. Studierzimmer10. Auerbachs Keller in Leipzig11. Hexenküche12. Straße (I)13. Abend. Ein kleines reinliches Zimmer14. Margarete mit einer Lampe15. Spaziergang16. Der Nachbarin Haus17. Straße (II)18. Garten19. Ein Gartenhäuschen20. Wald und Höhle21. Gretchens Stube22. Marthens Garten23. Am Brunnen24. Zwinger25. Nacht. Straße vor Gretchens Türe26. Faust. Mephistopheles.27. Dom28. Walpurgisnacht29. Walpurgisnachtstraum30. Trüber Tag. Feld31. Nacht, offen Feld32. Kerker

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Ich ging im Walde

Gefunden

Ich ging im Walde
So vor mich hin,
Und nichts zu suchen,
Das war mein Sinn.

Im Schatten sah ich
Ein Blümlein stehn,
Wie Sterne blinkend,
Wie Äuglein schön.

Ich wollt es brechen,
Da sagt’ es fein:
Soll ich zum Welken
Gebrochen sein?

Mit allen Wurzeln
Hob ich es aus,
Und trugs zum Garten
Am hübschen Haus.

Ich pflanzt es wieder
Am kühlen Ort;
Nun zweigt und blüht es
Mir immer fort.

(Johann Wolfgang von Goethe)

Blinde Kuh

Blinde Kuh.

O liebliche Therese!
Warum seh’ ich so böse
Mit offnen Augen dich?
Die Augen fest verbunden,
Hast du mich gleich gefunden,
Und warum fingst du eben — mich?

Du faßtest mich auf’s beste,
Und hieltest mich so feste,
Ich sank in deinen Schooß.
Kaum warst du aufgebunden,
War alle Lust verschwunden;
Du ließest kalt den Blinden los.

Er tappte hin und wieder,
Verrenkte fast die Glieder,
Und alle foppten ihn.
Und willst du mich nicht lieben;
So geh’ ich stets im Trüben,
Wie mit verbundnen Augen hin.

Johann Wolfgang von Goethe

Erlkönig

Erlkönig von Johann Wolfgang von Goethe

Erlkönig gesungen

Interpreten: Peter Schöne – Bariton / Boris Cepeda – Piano

Wer reitet so spät durch Nacht und Wind?
Es ist der Vater mit seinem Kind;
Er hat den Knaben wohl in dem Arm,
Er faßt ihn sicher, er hält ihn warm.

Mein Sohn, was birgst du so bang dein Gesicht? –
Siehst Vater, du den Erlkönig nicht?
Den Erlenkönig mit Kron und Schweif? –
Mein Sohn, es ist ein Nebelstreif. –

»Du liebes Kind, komm, geh mit mir!
Gar schöne Spiele spiel ich mit dir;
Manch bunte Blumen sind an dem Strand,
Meine Mutter hat manch gülden Gewand.«

Mein Vater, mein Vater, und hörest du nicht,
Was Erlenkönig mir leise verspricht? –
Sei ruhig, bleibe ruhig, mein Kind;
In dürren Blättern säuselt der Wind. –

»Willst, feiner Knabe, du mit mir gehn?
Meine Töchter sollen dich warten schön;
Meine Töchter führen den nächtlichen Reihn
Und wiegen und tanzen und singen dich ein.«

Mein Vater, mein Vater, und siehst du nicht dort
Erlkönigs Töchter am düstern Ort? –
Mein Sohn, mein Sohn, ich seh es genau:
Es scheinen die alten Weiden so grau. –

»Ich liebe dich, mich reizt deine schöne Gestalt;
Und bist du nicht willig, so brauch ich Gewalt.«
Mein Vater, mein Vater, jetzt faßt er mich an!
Erlkönig hat mir ein Leids getan! –

Dem Vater grauset’s, er reitet geschwind,
Er hält in den Armen das ächzende Kind,
Erreicht den Hof mit Mühe und Not;
In seinen Armen das Kind war tot.

goethe7

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