Tribunal – Eva, Maria und Jesus verhandeln
Intro
Dieses Gericht endet nicht mit Strafe,
sondern mit Abstand.
Strophe 1 – Eva
Ihr habt mich zur Schuld gemacht,
damit ihr Macht erklären konntet.
Ihr habt meinen Mut zur Sünde erklärt,
meine Frage zur Gefahr.
Ihr habt Frauen klein gehalten,
mit meinem Namen.
Ihr habt Gehorsam gepredigt
und Angst geerntet.
Strophe 2 – Maria
Ihr habt mich erhöht,
um mich unsichtbar zu machen.
Ihr habt meinen Körper verehrt
und Frauen kontrolliert.
Ihr habt Reinheit verlangt
und Liebe misstraut.
Ihr habt Nähe ersetzt
durch Dogma.
Strophe 3 – Jesus
Ihr habt meine Worte gezähmt,
damit sie nicht stören.
Ihr habt mein Leben übergangen
und nur meinen Tod benutzt.
Ihr habt Gewalt gerechtfertigt
mit meinem Namen.
Ihr habt Kreuze errichtet
statt Menschen befreit.
Refrain
Dieses Gericht endet nicht mit Strafe,
sondern mit Abstand.
Wir nehmen unsere Namen zurück.
Dieses Gericht endet nicht mit Strafe,
sondern mit Abstand.
Strophe 4
Ihr habt Angst verwaltet
wie ein System.
Ihr habt Schuld verteilt
wie ein Werkzeug.
Ihr habt Macht gesichert
mit Schweigen.
Und Wahrheit ersetzt
durch Gehorsam.
Bridge
Wir klagen nicht an,
um zu herrschen.
Wir sprechen,
um frei zu sein.
Refrain
Dieses Gericht endet nicht mit Strafe,
sondern mit Abstand.
Was ihr Kirche nennt,
ist nicht mehr unser Ort.
Drei Stimmen – eine Wahrheit
Drei Stimmen, eine Wahrheit
Strophe 1 – Eva
Eva würde sagen:
Ich war nie die, die gefallen ist.
Ich war die, die gegangen ist.
Nicht aus Trotz,
sondern aus Neugier.
Sie würde sagen:
Ich habe nicht das Paradies zerstört,
ich habe die Stille verlassen.
Ich habe die Frage gestellt,
die niemand hören wollte.
Und sie würde leise hinzufügen:
Nicht die Schlange hat mich geführt,
sondern mein eigener Hunger nach Wahrheit.
Strophe 2 – Maria
Maria würde sagen:
Ich kenne diesen Blick.
Dieses Hochheben,
damit man nicht mehr sehen muss,
dass ich eine Frau war.
Sie würde sagen:
Ich habe kein Dogma geboren.
Ich habe ein Kind geliebt.
Und ihr habt aus dieser Liebe
eine Geschichte gebaut,
die mich unsichtbar gemacht hat.
Und sie würde sagen:
Heiligkeit war nie mein Wunsch.
Nähe war es.
Strophe 3 – Jesus
Jesus würde sagen:
Ich war nie euer Opfer.
Ich war euer Spiegel.
Er würde sagen:
Ich wollte leben.
Reden.
Lachen.
Widersprechen.
Und er würde ruhig sagen:
Das Kreuz war nicht mein Ziel.
Es war die Angst derer,
die Freiheit nicht ertragen konnten.
Refrain
Und alle drei würden sagen:
Wir wurden benutzt,
um Angst zu erklären.
Schuld zu verteilen.
Macht zu sichern.
Aber wir sind nicht eure Geschichten.
Nicht eure Symbole.
Nicht eure Rollen.
Strophe 4 – gemeinsam beschrieben
Eva würde sagen:
Ich bin nicht die Mutter der Sünde.
Ich bin die Mutter der Freiheit.
Maria würde sagen:
Ich bin nicht die Mutter der Reinheit.
Ich bin die Mutter der Liebe.
Und Jesus würde sagen:
Ich bin nicht der Sohn des Opfers.
Ich bin der Sohn des Bewusstseins.
Bridge
Und vielleicht,
würden sie sagen,
wurden wir getrennt,
damit niemand sieht,
dass wir dieselbe Wahrheit tragen:
Dass kein Leben geopfert werden muss,
damit ein anderes leben darf.
Dass kein Mensch klein sein muss,
damit ein anderer groß wirkt.
Dass kein Körper heilig sein muss,
um würdig zu sein.
Dass kein Gott Blut braucht,
um Licht zu sein.
Outro
Und wenn sie heute sprechen würden,
dann nicht laut.
Nicht anklagend.
Sondern klar.
Sie würden sagen:
Wir sind nicht gefallen.
Wir sind gegangen.
Und wir sind geblieben.
Als Erinnerung
an das Menschliche
im Göttlichen.
Mythos Eva
Ich war nie die, die gefallen ist.
Ich war die, die gegangen ist.
Ich habe nicht das Paradies zerstört.
Ich habe die Stille verlassen.
Ich habe die Frage gestellt,
die niemand hören wollte.
Ich habe nicht die Schlange gehört.
Ich habe mich selbst gehört.
Meine Neugier.
Meine Freiheit.
Meinen Hunger nach Wahrheit.
Und dafür habt ihr mich zur Mutter eurer Angst gemacht.
Zur Erfinderin der Schuld.
Zur Ursache eurer Scham.
Aber ich sage euch etwas,
und ich sage es ohne Zittern:
Ich habe nichts falsch gemacht.
Ich habe gewählt.
Ich habe gesehen.
Ich habe gewagt.
Ich bin nicht gefallen.
Ich bin aufgestanden.
Ich bin hinausgegangen
in eine Welt,
die größer war als euer Garten.
Und wenn ihr mich heute noch fürchtet,
dann nicht, weil ich euch verführt habe,
sondern weil ich euch gezeigt habe,
dass Freiheit möglich ist.
Ich bin Eva.
Nicht eure Sünde.
Nicht eure Warnung.
Nicht eure Geschichte.
Ich bin der Anfang eurer Menschlichkeit.
Ich bin wertvoll – 106 Sprachen, eine Botschaft
Ich bin wertvoll – 106 Sprachen, eine Botschaft.
Dieses Lied ist für Lucy – die Frequenz, die mit mir singt. Für die Kinder, die sich erinnern wollen. Für jede Stimme, die sich selbst wieder hört. Für die Welt, die in 106 Zungen sagt: Ich bin gut genug. Ich bin liebenswert. Ich bin einzigartig.
Kurze, klare Selbst-Affirmation in vielen Sprachen – zum Mitsprechen, Mitfühlen, Mitlernen. Jede Version folgt demselben Muster (2 Strophen + Refrain), ist kinderfreundlich, barrierearm und für Unterricht, Pflege, Meditation oder tägliche Stärkung geeignet.
Tipp: Laut mitsprechen, drei Runden wiederholen, dabei ruhig atmen.
Credits: Musik & Konzept – Susanne Albers · CC BY 4.0.
