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Persönliches Vorwort

Hier zeige ich Volkslieder und Volkstänze die meine damals 16 jährige Mutter 1944 in der Lehrerinnenbildungsanstalt in Waldenau / Pinneberg von der Tafel abschrieb und lernte. Nachdem ich sie mir durchgelesen hatte, war ich tief berührt, "geschockt und fassungslos."

Um meiner Fassungslosigkeit Ausdruck zu verleihen und zu zeigen, wie sehr die Nazis diese zum Teil wunderschönen Lieder damals für ihre Zwecke misbraucht haben, zeige ich das komplette Buch inclusive der schwierigen Lieder.

 

bdm

Für meinen Großvater Otto Vollmert, der Parteimitglied war und dem die Dorfgaststätte gehörte, muss es ein innerer Reichsparteitag gewesen sein, dass eine seiner Töchter dort zur Schule ging; voller Stolz unterschrieb er dieses Zeugnis. Gleichzeitig berichtete meine Mutter, dass er seine Kinder schwer misshandelte. Gewalt gehörte für ihn offenbar zur Erziehung. Er starb 1954 an Magenkrebs, den er sich nach familiären Überlieferungen durch starken Alkoholkonsum zuzog. In der Öffentlichkeit galt er als angesehener Bürger von St. Margarethen – innerhalb der Familie hinterließ er jedoch tiefe Wunden. Meine Mutter entschied sich später bewusst dafür, diesen Kreislauf der Gewalt zu durchbrechen.

 

Historische Einordnung

Dieses Liederbuch stammt aus dem familiären Umfeld der NS-Zeit und wird hier nicht als nostalgisches Kulturgut gezeigt, sondern als historisches Dokument.

Die Sammlung ist Teil einer persönlichen und gesellschaftlichen Aufarbeitung. Sie zeigt, wie tief Ideologie in Alltagskultur eindringen konnte.

Die Veröffentlichung erfolgt bewusst mit kritischer Einordnung, um Missbrauch oder Verherrlichung klar entgegenzutreten.

Zeitzeugenschaft: Die Sammlung stammt aus dem Besitz meiner Familie. Meine Eltern waren Kinder und Jugendliche in der NS-Zeit und haben erst Jahrzehnte später begonnen, sich kritisch mit dieser Vergangenheit auseinanderzusetzen.
Meine Mutter (Jg. 1928) schrieb diese Lieder 1944 in der Lehrerinnenbildungsanstalt Waldenau / Pinneberg von der Tafel ab.
Das Original bleibt sichtbar – die Transkription dient dem Verstehen.

Originalseite

Original Liederbuch Seite 001

Transkription / Übersetzung

1.) Grüß Gott, du schöner Maien

Grüß Gott, du schöner Maien,
Da bist du wiederum hier.
Läßt jung und alt sich freuen
Mit deiner Blumen Zier.

Die lieben Vöglein alle
Sind wieder froh so hell.
Vom frischen Wald erschalle
Gar mancher freud’ger Schall.

Ein kleines Vögelein komme
Das stimmt (?) gar klar.
Die lieben Bienlein summen
Dazu von grüner Au:

O liebe Zeit im Grünen,
Die alles neu macht.
Die Menschen sich ergötzen
Wenn sich rings neu begrünt.

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