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William Shakespeare – 154 Sonette
Sonett CXXVII
Vor alter Zeit ward Schwarz nicht schön erachtet,
War’s, trug es doch der Schönheit Namen nicht;
Doch nun wird Schwarz als Schönheitserb’ betrachtet,
Und Bastardschmach entstellt ihr Angesicht.
Seit jede Stümperhand Natur sich glaubt,
Das Häßliche verschönt mit falschem Schein,
Ist Anmuth ihres Namens Weih’ beraubt,
Muß hingegeben schnödem Hohne sein.
Drum rabenschwarz sind meines Mädchens Augen,
Als hätten Trauerkleid sie angethan,
Um die, die unschön, keine Schönheit brauchen,
Die Schöpfung lästern mit der Falschheit Wahn;
Doch so verkläret sie der Trauer Pracht,
Daß Jeder ruft: das ist der Schönheit Macht!
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