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Mutter Erde - Bruder Himmel

Rede des Häuptlings Seattle vom Stamme der Duwamish/Suquamish 1855

(im Anhang: Meditationen zu den Sätzen des Häuptlings Seattle)

p.s. von Herrn Brinkmann kam folgender Kommentar:

Ist diese Rede wirklich von Häuptling Seattle?

wohl eher nicht... was soll's.... auf diesen Links findest Du mehr Informationen:

http://www.archives.gov/publications/prologue/1985/spring/chief-seattle.html
http://www.synaptic.bc.ca/ejournal/seattle2.htm
http://www.historylink.org/essays/output.cfm?file_id=1427

Der große Häuptling in Washington sendet Nachricht, daß er unser Land zu kaufen wünscht.

Der große Häuptling sendet uns auch Worte der Freundschaft und des guten Willens. Das ist freundlich von ihm, denn wir wissen, er bedarf unserer Freundschaft nicht. Aber wir werden sein Angebot bedenken, denn wir wissen - wenn wir nicht verkaufen - kommt vielleicht der weiße Mann mit Gewehren und nimmt sich unser Land.

Wie kann man den Himmel kaufen oder verkaufen - oder die Wärme der Erde? Diese Vorstellung ist uns fremd. Wenn wir die Frische der Luft und das Glitzern des Wassers nicht besitzen - wie könnt Ihr sie von uns kaufen?

Jeder Teil dieser Erde ist meinem Volk heilig, jede glitzernde Tannennadel, jeder sandige Strand, jeder Nebel in den dunklen Wäldern, jede Lichtung, jedes summende Insekt ist heilig in den Gedanken und Erfahrungen meines Volkes. Der Saft, der in den Bäumen steigt, trägt die Erinnerung des roten Mannes.

Die Toten der Weißen vergessen das Land ihrer Geburt, wenn sie fortgehen, um unter den Sternen zu wandeln. Unsere Toten vergessen diese wunderbare Erde nie, denn sie ist des roten Mannes Mutter.

Wir sind ein Teil der Erde und sie ist ein Teil von uns. Die duftenden Blumen sind unsere Schwestern, die Rehe, das Pferd, der große Adler - sind unsere Brüder. Die felsigen Höhen - die saftigen Wiesen, die Körperwärme des Ponys - und des Menschen - sie alle gehören zur gleichen Familie.

Wenn also der große Häuptling in Washington uns Nachricht sendet, dass er unser Land zu kaufen gedenkt - so verlangt er viel von uns.

Der große Häuptling teilt uns mit, dass er uns einen Platz gibt, wo wir angenehm und für uns leben können. Er wird unser Vater sein und wir seine Kinder.

Aber kann das jemals sein? Gott liebt Euer Volk und hat seine roten Kinder verlassen. Er schickt Maschinen, um dem weißen Mann bei seiner Arbeit zu helfen und baut große Dörfer für ihn. Er macht Euer Volk stärker, Tag für Tag. Bald werdet Ihr das Land überfluten, wie Flüsse Schluchten hinabstürzen nach einem unerwarteten Regen. Mein Volk ist wie eine ebbende Gezeit - aber ohne Wiederkehr.

Nein, wir sind verschiedene Rassen. Unsere Kinder spielen nicht zusammen und unsere Alten erzählen andere Geschichten.

Glänzendes Wasser, das sich in Bächen und Flüssen bewegt, ist nicht nur Wasser - sondern das Blut unserer Vorfahren. Wenn wir Euch Land verkaufen, müsst Ihr wissen, dass es heilig ist und Eure Kinder lehren, dass es heilig ist und dass jede flüchtige Spiegelung im klaren Wasser der Seen von Ereignissen und Überlieferungen aus dem Leben meines Volkes erzählt.

Das Murmeln des Wassers ist die Stimme meiner Vorväter.

Die Flüsse sind unsere Brüder - sie stillen unseren Durst. Die Flüsse tragen unsere Kanus und nähren unsere Kinder. Wenn wir Euch Land verkaufen, so müsst Ihr Euch daran erinnern und Eure Kinder lehren: Die Flüsse sind unsere Brüder - und Eure - und Ihr müsst von nun an den Flüssen Eure Güte geben, so wie jedem anderen Bruder auch.

Der rote Mann zog sich immer zurück vor dem eindringenden weißen Mann - so wie der Frühnebel in den Bergen vor der Morgensonne weicht. Aber die Asche unserer Väter ist heilig, ihre Gräber sind geweihter Boden und so sind diese Hügel, diese Bäume, dieser Teil der Erde uns geweiht. Wir wissen, dass der weiße Mann unsere Art nicht versteht. Ein Teil des Landes ist ihm gleich jedem anderen, denn er ist ein Fremder, der kommt in der Nacht und nimmt von der Erde, was immer er braucht. Die Erde ist sein Bruder nicht, sondern Feind, und wenn er sie erobert hat, schreitet er weiter. Er lässt die Gräber seiner Väter zurück - und kümmert sich nicht. Er stiehlt die Erde von seinen Kindern - und kümmert sich nicht. Er behandelt seine Mutter, die Erde, und seinen Bruder, den Himmel, wie Dinge zum Kaufen und Plündern, zum Verkaufen wie Schafe oder glänzende Perlen.

Sein Hunger wird die Erde verschlingen und nichts zurücklassen als eine Wüste.

Ich weiss nicht - unsere Art ist anders als die Eure. Der Anblick Eurer Städte schmerzt die Augen des roten Mannes. Vielleicht, weil der rote Mann ein Wilder ist und nicht versteht?

Es gibt keine Stille in den Städten der Weißen. Das Geklappere scheint unsere Ohren nur zu beleidigen. Was gibt es schon im Leben, wenn man nicht den einsamen Schrei des Ziegenmelkervogels hören kann, oder das Gestreite der Frösche am Teich bei Nacht. Ich bin ein roter Mann und verstehe das nicht. Der Indianer mag das sanfte Geräusch des Windes, der über eine Teichfläche streicht - und den Geruch des Windes, gereinigt vom Mittagsregen oder schwer vom Duft der Kiefern.

Die Luft ist kostbar für den roten Mann - denn alle Dinge teilen denselben Atem - das Tier, der Baum, der Mensch - sie alle teilen denselben Atem.

Der weiße Mann scheint die Luft, die er atmet, nicht zu bemerken, wie ein Mann, der seit vielen Tagen stirbt, ist er abgestumpft gegen den Gestank.

Aber wenn wir Euch unser Land verkaufen, dürft Ihr nicht vergessen, dass die Luft uns kostbar ist. Der Wind gab unseren Vätern den ersten Atem und empfängt den letzten. Und wenn wir Euch unser Land verkaufen, so müsst Ihr es als ein besonderes und geweihtes schätzen, als einen Ort, wo auch der weiße Mann spürt, dass der Wind süß duftet von den Wiesenblumen.

Das Ansinnen, unser Land zu kaufen, werden wir bedenken, und wenn wir uns entschließen anzunehmen, so nur unter einer Bedingung: Der weiße Mann muss die Tiere des Landes behandeln wie seine Brüder.

Ich bin ein Wilder und verstehe es nicht anders. Ich habe tausend verrottende Büffel gesehen, vom weißen Mann zurückgelassen - erschossen aus einem vorüberfahrenden Zug. Ich bin ein Wilder und kann nicht verstehen, wie das qualmende Eisenpferd wichtiger sein soll als der Büffel, den wir nur töten, um am Leben zu bleiben.

Was ist der Mensch ohne die Tiere? Wären alle Tiere fort, so stürbe der Mensch an großer Einsamkeit des Geistes. Was immer den Tieren geschieht - geschieht bald auch den Menschen. Alle Dinge sind miteinander verbunden. Was die Erde befällt, befällt auch die Söhne der Erde.

Lehrt Eure Kinder, was wir unsere Kinder lehren: Die Erde ist Eure Mutter. Wenn Menschen auf die Erde spucken, bespeien sie sich selbst.

Denn das wissen wir - die Erde gehört nicht den Menschen - der Mensch gehört der Erde. Der Mensch schuf nicht das Gewebe des Lebens, er ist darin nur eine Faser. Was immer Ihr dem Gewebe antut, das tut Ihr Euch selber an.

Nein, Tag und Nacht können nicht zusammenleben.

Unsere Toten leben fort in den süßen Flüssen der Erde, kehren wieder mit des Frühlings leisem Schritt, und es ist ihre Seele im Wind, der die Oberfläche der Teiche kräuselt.

Das Ansinnen des weißen Mannes, unser Land zu kaufen, werden wir bedenken. Aber mein Volk fragt, was denn will der weiße Mann kaufen? Wie kann man den Himmel oder die Wärme der Erde kaufen oder die Schnelligkeit der Antilope? Wie können wir Euch diese Dinge verkaufen - und wie könnt Ihr sie kaufen? Könnt Ihr denn mit der Erde tun, was Ihr wollt - nur weil der rote Mann ein Stück Papier unterzeichnet - und es dem weißen Manne gibt? Wenn wir nicht die Frische der Luft und das Glitzern des Wassers besitzen - wie könnt Ihr sie von uns kaufen? Könnt Ihr die Büffel zurückkaufen, wenn der letzte getötet ist?

Wir werden Euer Angebot bedenken, in das Reservat zu gehen. Unsere Kinder sehen ihre Väter gedemütigt und besiegt. Unsere Krieger wurden beschämt. Nach Niederlagen verbringen sie ihre Tage müßig - vergiften ihren Körper mit süßer Speise und starkem Trunk. Es ist unwichtig, wo wir den Rest unserer Tage verbringen. Es sind nicht mehr viele.

Aber warum soll ich trauern über den Untergang meines Volkes? Völker bestehen aus Menschen - nichts anderem. Menschen kommen und gehen wie die Wellen im Meer. Eines wissen wir, was der weiße Mann vielleicht eines Tages erst entdeckt: Unser Gott ist derselbe Gott. Ihr denkt vielleicht, dass Ihr ihn besitzt - so wie Ihr unser Land zu besitzen trachtet - aber das könnt Ihr nicht. Er ist der Gott der Menschen - gleichermaßen der Roten und der Weißen. Dieses Land ist ihm wertvoll und die Erde zu verletzen heißt, ihren Schöpfer zu verachten.

Auch die Weißen werden vergehen, eher vielleicht als alle anderen Stämme. Fahret fort, Euer Bett zu verseuchen und eines Nachts werdet Ihr im eigenen Abfall ersticken. Aber in Eurem Untergang werdet Ihr hell strahlen, angefeuert von der Stärke des Gottes, der Euch in dieses Land brachte und Euch bestimmte, über dieses Land und den roten Mann zu herrschen. Diese Bestimmung ist uns ein Rätsel.

Wenn die Büffel alle geschlachtet sind - die wilden Pferde gezähmt - die heimlichen Winkel des Waldes schwer vom Geruch vieler Menschen - und der Anblick reifer Hügel geschändet von redenden Drähten - wo ist das Dickicht - fort; wo der Adler - fort und was bedeutet es, Lebewohl zu sagen dem schnellen Pony und der Jagd:

Das Ende des Lebens und der Beginn des Überlebens.

Gott gab Euch Herrschaft über die Tiere, die Wälder und den roten Mann aus einem besonderen Grund - doch dieser Grund ist uns ein Rätsel.

Vielleicht könnten wir es verstehen, wenn wir wüssten, wovon der weiße Mann träumt - welche Hoffnungen er seinen Kindern an langen Winterabenden schildert - und welche Visionen er in ihre Vorstellungen brennt, so dass sie sich nach einem Morgen sehnen?

Aber wir sind Wilde - die Träume des weißen Mannes sind uns verborgen. Und weil sie uns verborgen sind, werden wir unsere eigenen Wege gehen.

Da ist nicht viel, was uns verbindet.

Doch eines wissen wir - unser Gott ist derselbe Gott. Diese Erde ist ihm heilig. Selbst der weiße Mann kann der gemeinsamen Bestimmung nicht entgehen. Vielleicht sind wir doch Brüder. Wir werden sehen.

Meditationen zu den Sätzen des Häuptlings Seattle

Unter unseren Füßen die Erde

 

Unter unseren Füßen die Erde

Und über uns der Himmel.

Das war einmal.

Bei den Ureinwohnern Amerikas

Und bei uns.

Die neue Erde: Beton und Müll,

der neue Himmel: ein stinkendes gelbes Band

über Häuserschluchten.

Und der Mensch?

Er liegt am Boden,

ohnmächtig und apathisch.

Und die einen bereichern sich

Am Elend der anderen,

Die Kinder dieser Erde

Haben keine Zukunft mehr

Die Reservate unzerstörten Lebens

Sind ihnen versperrt.

Denn auch dort

Wo der Himmel noch blau ist,

wo die Satten Erholung suchen

von der Unwirtlichkeit ihrer Städte -

auch dort sind die Mächtigen und besitzenden unter sich,

Wo kein Raum ist für Menschen

Wo Minderheiten und Machtlose

Als Opfer einkalkuliert werden,

da ist kein Raum zum Leben,

da schreitet die Zerstörung

der Lebenswelt voran.

Unter unseren Füßen die Erde

Und über uns der Himmel.

Da ist die Sehnsucht

Nach einem Leben,

das Raum und Zukunft hat.

Es war alles sehr gut

 

Es war alles sehr gut -

Am siebten Tag.

Alles hatte seinen Platz

Seine Aufgabe

Und auch für den Menschen

War Platz im Gefüge der Schöpfung.

Wasser und Land,

Sonne und Mond,

die Sterne am Himmel,

die Pflanzen und Bäume,

die Tiere des Wassers, der Luft und der Erde.

Sie haben ihren Platz eingenommen,

bis auf diesen Tag.

Doch der Mensch mochte sich

nicht abfinden mit seinem Platz.

Das Paradies, in dem er sich befand,

war ihm zu klein.

Sein Platz war außerhalb der Schöpfung.

Und niemand hinderte ihn daran,

Gottes Schöpfung umzuformen

Nach dem Bild des Menschen.

Wie lange noch?

Die Erde beginnt sich zu wehren.

Sie gibt nicht mehr her,

was der Mensch ihr zu entreißen versucht.

Ihre Wunden werden zu einer ernsten Bedrohung

Für alle Menschen;

Versiegende Quellen,

dürres Leben, dürres Land,

Luft, die den Atem tötet,

Wasser, das durstig macht.

Dunkelheit unter der Sonne.

Es war alles sehr gut -

Am siebten Tag.

Die Erde - Feind des Menschen

 

Du solltest herrschen

Über die Tiere des Meeres,

der Luft und der Erde.

Du solltest die Natur ansehen,

als das, was sie ist:

Gottes gute Gabe zu deiner Verfügung.

Nichts sollte Macht über dich haben,

dir Angst machen,

dich bedrohen.

Es sollte Frieden herrschen

Zwischen dir und der Erde.

So hat Gott es gedacht, als er Ordnung

Brachte in das Gefüge der Schöpfung.

Doch die Erde wurde nicht dein Freund.

Die Bäume, die Luft und die Tiere,

sie wurden nicht deine Brüder.

Was immer du tust,

wo immer du deinen Fuß

auf die Erde setzt:

Zeichen der Feindschaft,

Verwüstung, Vernichtung, Tod.

Wie tief muß diese Feindschaft sitzen,

daß du sie ausbeutest ohne Erbarmen

und sie zudeckst mit Beton, Stahl und Müll.

Wie sehr musst du dich selbst hassen,

daß du wie von Sinnen

den eigenen Atem tötest.

Mach ein Ende mit diesem Wahnsinn.

Sei nicht länger dein eigener Feind.

Denn nicht die Erde ist dein Feind.

Ihr seid Brüder im gefüge der Schöpfung.

Ihr braucht einander.

Nur so könnte ihr leben.

Ihr und die, die nach euch kommen.

... nur eine Faser im Gewebe des Lebens

 

Was ist der Mensch?

Er selbst weiß es nicht.

Es muß ihm immer wieder gesagt werden:

Du Mensch bist nicht alles auf dieser Welt.

Du Mensch bist nur eine Faser im Gewebe des Lebens.

Nicht mehr - aber auch nicht weniger.

Du denkst gern höher von dir selbst,

weil dir gesagt ist, du seist Gottes Ebenbild,

nur um weniges geringer, als ein Engel.

Doch zuerst einmal:

Auch du Mensch bist ein Geschöpf.

Geschöpf wie andere Geschöpfe,

nicht mehr, als sie,

ihnen nicht übergeordnet.

Deine Aufgabe ist nicht das Herrschen,

sondern das Bewahren.

Du bist nicht selbst der Schöpfer.

Vielmehr: du solltest die Schöpfung ansehen,

wie Gott sie sieht, mit seinen Augen.

Du solltest mit der Schöpfung umgehen,

wie Gott mit dir umgeht -

mit seiner Liebe seine Schöpfung lieben.

Doch Geschöpf sein,

selbst nur eine Faser im Gewebe des Lebens sein -

das ist dir zu wenig.

Und wenn du selbst nicht Schöpfer sein kannst,

so doch der, der den Schöpfer in seine Grenzen weist.

Was tust du dir an, Mensch?

Das Bild, dem du gleichst, es ist dir fremd.

Du hast es vergessen.

Ein leerer Rahmen ist alles, was dir bleibt.

Du kennst dich selbst nicht mehr.

Wer bist du, Mensch?

 

Wovon träumt der weiße Mann...

 

Ich bin umgeben von Realisten.

Die Katastrophe ist für sie beschlossene Sache.

Ihre Berechnungen stimmen,

Ihre Thesen dulden keinen Widerspruch.

Wir brauchen die Realisten,

Menschen, die sich auskennen,

die sich und anderen nichts vormachen:

es ist zu spät.

Doch wo sind die Träume?

Gibt es keine Visionäre mehr?

Hat die Kette immer neuer Schocks und Krisen

Sie stumm gemacht?

Wir brauchen die Träumer und Visionäre,

Menschen, die den Realisten widersprechen.

Menschen mit Bildern, die Sinn versprechen,

auch wenn keiner da ist, der ihnen glaubt.

Denn nur Träumer und Visionäre tragen

Jene Kraft in sich, die allein Veränderung

möglich macht: Hoffnung.

Freilich eine kleine Kraft.

Immer in Gefahr, erdrückt und

Abgewürgt zu werden.

Und doch die Kraft,

kraft genug,

dem Status quo nicht zu glauben.

Für alle, die träumen, gibt es noch ein

Morgen, Bilder im Dunkel der Nacht.

Der Realist schreibt nur fort, was ist -

Wie ein Buchhalter.

Der Träumer nimmt vorweg, was vielleicht

Niemals eintritt, er hält sich selbst und

Andere offen für die Zukunft.

Laßt uns träumen von der genesenden

Schöpfung, laßt uns darauf bauen:

Jetzt noch nicht.

Das Ende des Überlebens ist nicht

Das Ende - sonder ganz gewiß -

Der Anfang neuen Lebens.

Der Wind duftet süß

 

Als die Menschen anfingen,

diese Erde zu lieben

wie eine Mutter,

da geschah es,

daß sie Familiensinn entwickelt.

Sich selbst neu begriffen

Als Teil der Schöpfung;

Da wurde wichtig,

was selbstverständlich schien.

Da wurde kostbar,

was zuvor verschleudert.

Da wurde entdeckt,

was immer vorhanden:

der Duft des Windes,

die Klarheit des Wassers,

das Glitzern der Tannennadeln,

das Summen der Insekten,

die Wärme der Erde.

Als die Menschen anfingen,

diese Erde zu lieben,

da wurde ihnen Aufschub gewährt.

Der letzte Tag der Schöpfung,

konnte abgesagt werden.

Die Schöpfung ist noch nicht am Ende,

weil der Mensch nicht am Ende ist.

Der Duft des Windes

Wird frei sein vom Schwefel und Blei.

Aus dem Wasser wir neues Leben kommen,

die Wüste wird zum Paradies,

der neue Garten Eden.

Spürst Du den Duft des Windes?

Er ist süß -

Die Wiesenblumen blühen.

 

 

 

 

Wir sind ein Teil dieser Erde

 

Du hast Recht behalten, mein roter Bruder. Und du hattest damals schon recht:

Ja, wir sind ein Teil der Erde, unlöslich mit ihr verbunden.

Denn Leben läßt sich nicht teilen.

Stirbt der Baum, so stirbt auch der Mensch.

Doch atmet der Baum, singen seine Blätter dem Schöpfer ihr Lob, dann kann auch der Mensch frei atmen, ja leben.

Du wußtest das genau mein roter Bruder.

Und weil du das Leben liebtest, mußten dir fremd sein alle, für die das Leben zur Ware geworden ist.

Wie kann einer verkaufen, was ihm nicht gehört?

Wie soll einer Leben, der das Leben nicht liebt?

Du konntest uns nicht verstehen, mein roter Bruder.

Wir verstehen uns ja selbst nicht.

Wir haben uns so verirrt im Gefüge der Schöpfung, daß wir den eigenen Platz nicht mehr wissen.

Und die Brüder, die uns zurechthelfen könnten - wir haben über sie gelacht, uns über sie erhoben und sie zu Feinden erklärt. Nun rufen wir laut gegen trockenes Geäst:

Bruder Baum, erneuere die Luft, die wir atmen.

Nun schreien wie vergeblich in abgeholzten Wälder:

Bruder Tier, sei du uns Geführte.

Doch keine Antwort - nur schweigen.

Der ungestüme Lauf der Flüsse ist trügerisch.

 

Die Lebenskraft des Wassers

- wir haben sie verseucht, getötet.

 

Du hast recht behalten, mein roter Bruder:

wir sind ein Teil der Erde.

Und wir glauben,

daß diese Erde Zukunft hat,

weil wir anfangen,

sie zu lieben.

Wie du, mein roter Bruder.

Mutter Erde, Bruder Himmel

 

Mutter Erde, Bruder Himmel

Wir gehören zusammen.

Von Anfang an.

Mein Platz ist an eurer Seite.

Ein ungewohnter Platz.

So habe ich euch noch nie gesehen.

Ihr wart Freunde für mich.

Auf den Bildern,

die ich von euch besaß:

keine Spur von Ähnlichkeit.

Dein Gesicht ist "entstellt", Mutter Erde.

Wohin ich auch blicke;

Narben von Erosion.

Deine Haut ist zur Wüste geworden.

Dein Blick trübe.

Das Blut in deinen Adern -

Schwarz und zähflüssig.

Keine Spur von Leben.

Und du, Bruder Himmel -

Du verbirgst dein Antlitz

Hinter einer Maske

aus Grau und Gelb.

Dir nahe zu sein, ist ein Risiko:

Ein Spiel auf Leben und Tod.

Ich erschrecke.

Nicht vor euch.

Denn was ich sehe, was mich erschrecken läßt,

das bin ich selbst. Ihr seid mir ähnlich geworden.

Leblos erstarrt bin ich selbst.

 

Ende

Anhang

In diesen Sätzen werden zwei der bedrängendsten Fragen unserer Tage miteinander verbunden: die Beziehung des Menschen zur übrigen Schöpfung (Erhaltung der Umwelt) und die Beziehung des Menschen zum Menschen. (Schutz unterdrückter Minderheiten). Wir sind der Meinung, daß die Zerstörung der Umwelt und die Zerstörung bzw. Mißachtung menschlichen Lebens ursächlich zusammenhängen. An der Seattle - Rede fasziniert die personale Beziehung zur Schöpfung (Mutter Erde, Bruder Himmel). Doch je mehr der Mensch eindrang in die Geheimnisse der Schöpfung, desto mehr versachlichte sich seine Haltung gegenüber der Welt, gleichermaßen gegenüber dem Menschen. Der Wert des Menschen wird nur noch seinem "Funktionieren" und seinem gesellschaftlichen Nutzen gesehen. Das wird in erschreckender Weise dort sichtbar, wo es um den Umgang mit unterdrückten Minderheiten geht: wen rührt das Schicksal der Kinder dieser Welt - sei es in der sogenannten Dritten Welt oder in den Häuserschluchten unserer Städte.

Dieses Heft will in erster Linie eine Anregung für den Leser sein, seine Einstellung zu Zukunftsfrage Nr. 1 zu überdenken und einen eigenen Standpunkt zu gewinnen.

Quelle:

:-))) wie so oft, ich habe hier tausende Bücher stehen, diesen Text sogar mal handschriftlich aus einem geliehen Heft einer Freundin in ein extra gekauftes China - Buch abgeschrieben - ABER - ich habe mir die Quelle der Meditationen nicht notiert... sorry

 

Wie war das mit dem Karneval während der Renaissance ???

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