{"id":149,"date":"2010-02-07T23:18:58","date_gmt":"2010-02-07T22:18:58","guid":{"rendered":"http:\/\/susannealbers.de\/blog\/?p=149"},"modified":"2010-02-07T23:24:30","modified_gmt":"2010-02-07T22:24:30","slug":"brot-und-spiele-ein-vorwort-zur-fusball-wm-2010","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/susannealbers.de\/blog\/2010\/02\/07\/brot-und-spiele-ein-vorwort-zur-fusball-wm-2010\/","title":{"rendered":"Brot und Spiele &#8211; ein Vorwort zur Fu\u00dfball WM 2010"},"content":{"rendered":"<p><a href=\"https:\/\/susannealbers.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2010\/02\/fanmeile475.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/susannealbers.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2010\/02\/fanmeile475.jpg\" alt=\"fanmeile475\" title=\"fanmeile475\" width=\"470\" height=\"485\" class=\"aligncenter size-full wp-image-154\" srcset=\"https:\/\/susannealbers.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2010\/02\/fanmeile475.jpg 470w, https:\/\/susannealbers.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2010\/02\/fanmeile475-290x300.jpg 290w\" sizes=\"auto, (max-width: 470px) 100vw, 470px\" \/><\/a><\/p>\n<p>Brot und Spiele (panem et circenses) &#8211; ein Vorwort zur Fussball Weltmeisterschaft 2010<\/p>\n<p>Der Ausdruck bezeichnet auch heute noch Tendenzen von Politikern oder politischen Systemen, Menschenmassen in kulturelle Einbahnstrassen zu fixieren, in denen fetischistische und primitive Kult-Begleiterscheinungen das logische Denken sowie die Selbstkritik tr\u00fcben und den B\u00fcrger dadurch entm\u00fcndigen, da der Fixpunkt der Aufmerksamkeit potenzieller Kritiker auf unpopul\u00e4re politische Entscheidungen, zugunsten eines Ballspiels oder sonstiger Unterhaltung, z.B Sch\u00f6nheitswettbewerbe, Gesangswettbewerbe etc. aufgegeben wird.<\/p>\n<p>Die Fu\u00dfball-Weltmeisterschaft 2010 stellt als Ablenkung von den im Hintergrunde stattfindenden Versuchen der \u201cBundesregierung\u201d, das Volk noch weiter zur finanziellen Ader zu lassen, ein nicht besser zu inszenierendes Beispiel f\u00fcr die vorbeschriebene \u201cAllgemeine Bedeutung\u201d dar.<\/p>\n<p>Wenn Recht zu Unrecht, wird Wiederstand zur Pflicht.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/susannealbers.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2010\/02\/verdi-nabuccovapensiero.mp3\">Verdi Nabucco &#8211; Va pensiore sull\u2019alli dorate<\/a><\/p>\n<p>Auch ich m\u00f6chte die Deutschland Fahne hier auf dieser Seite zeigen, aber ich m\u00f6chte es nicht l\u00e4nger hinnehmen, auf diese dummdreiste Art und Weise, wie es die Politiker mit uns machen, ver\u00e4ppelt zu werden. So, wie es jetzt ist, ist das nicht mehr mein Deutschland.<\/p>\n<p>Die Umverteiler &#8211; von Harald Schumann<br \/>\n(Tagesspiegel, 08.07.2006 Reformpolitik)<\/p>\n<p>Die Gesundheitsreform ist Murks, die Koalition streitet, die Kanzlerin ist angeschlagen. Allenthalben entsteht der Eindruck, diese Regierung verwalte nur den Stillstand. <\/p>\n<p>Doch Vorsicht, das ist ein Irrtum. Die gro\u00dfe Koalition folgt durchaus einer klaren Linie. Es ist die gleiche, der schon Angela Merkels Vorg\u00e4nger Gerhard Schr\u00f6der und Helmut Kohl immer treu blieben: Die Bundesregierung handelt so, dass die Steuer- und Abgabenlast in stetig wachsendem Ma\u00df von Arbeitnehmern, Rentnern und Familien getragen werden muss, damit Unternehmen und deren Eigent\u00fcmer entsprechend weniger zur Finanzierung des Staates zahlen m\u00fcssen.<\/p>\n<p>Wenn im n\u00e4chsten Jahr die Mehrwertsteuer steigt, die Pendlerpauschale gek\u00fcrzt wird, der Sparerfreibetrag sinkt und bald darauf die \u201ekleine Kopfpauschale\u201c f\u00fcr die Krankenversicherung f\u00e4llig wird, dann trifft das in erster Linie B\u00fcrger mit geringem Einkommen und solche mit Kindern im Haushalt. Weil die beinahe jeden Euro ausgeben m\u00fcssen, zahlen sie relativ am meisten drauf. Und gerade ihre Sparb\u00fccher sind es, deren Zinsertr\u00e4ge nun steuerpflichtig werden. <\/p>\n<p>Demgegen\u00fcber sorgen sich die schwarz-roten Umverteiler offenbar sehr um das Wohl der Verm\u00f6genden. So soll es in Deutschland, anders als in anderen Industriel\u00e4ndern, k\u00fcnftig keine Erbschaftsteuer auf vererbte Betriebe mehr geben, wenn deren Arbeitspl\u00e4tze zehn Jahre lang bestehen bleiben. Dabei kann Finanzminister Peer Steinbr\u00fcck keinen Betrieb nennen, der wegen der Erbschaftsteuer schlie\u00dfen musste, zumal die ohnehin zehn Jahre lang gestundet werden kann. Auch f\u00fcr Spitzenverdiener am Kapitalmarkt winkt ein gro\u00dfes Geschenk: die Abgeltungssteuer. <\/p>\n<p>Auf Kapitalertr\u00e4ge soll k\u00fcnftig nur noch ein Standardsatz von 25 Prozent erhoben werden. Das entspricht de facto einer erneuten Senkung des Spitzensteuersatzes, zumindest f\u00fcr Verm\u00f6gende. <\/p>\n<p>Zu allem \u00dcberfluss sollen auch die Gewinnsteuern f\u00fcr Unternehmen zum dritten Mal binnen zehn Jahren gesenkt werden, obwohl es daf\u00fcr keine rationale Begr\u00fcndung gibt. Wohl spricht viel daf\u00fcr, den nominalen Steuersatz auf 29 Prozent zu senken und so dem EU-Durchschnitt zu n\u00e4hern. Aber das rechtfertigt nicht die bereits angek\u00fcndigten realen Einnahmeverluste von mindestens f\u00fcnf, wahrscheinlich sogar acht Milliarden Euro, obwohl sich das durch den Abbau von \u00fcberfl\u00fcssigen Verg\u00fcnstigungen leicht vermeiden lie\u00dfe.<\/p>\n<p>All das w\u00e4re leicht zu ertragen, wenn es tats\u00e4chlich mehr Wachstum und gute Jobs br\u00e4chte.<\/p>\n<p>Aber genau das tritt niemals ein. Erst versuchte es die Kohl-Regierung, dann senkte auch Rot-Gr\u00fcn die Last f\u00fcr Unternehmen radikal um 20 Milliarden Euro pro Jahr. Auch deshalb stiegen zwischen 1991 und 2004 die Gewinne der Kapitalgesellschaften um satte 50 Prozent. Trotzdem drosselte der Unternehmenssektor die Investitionen im selben Zeitraum um ein Drittel, weil gleichzeitig auch die Lohneinkommen stagnierten und die \u00f6ffentliche Hand immer weniger investierte. <\/p>\n<p>Wann endlich werden also unsere Regierenden verstehen, dass es einfach nichts bringt, den Unternehmen und Verm\u00f6genden zu h\u00f6heren Gewinnen zu verhelfen, wenn dadurch die Normalverdiener und der Staat selbst immer weniger kaufen und investieren? Als die Kanzlerin vom \u201eSanierungsfall Deutschland\u201c sprach, war das ma\u00dflos \u00fcbertrieben, gemeint war eigentlich nur die Staatskasse. Ihre Regierung ist allerdings drauf und dran, das finstere Pr\u00e4dikat f\u00fcr das Land als Ganzes wahr zu machen. <\/p>\n<p><a target=\"_blank\" href=\"http:\/\/www.tagesspiegel.de\/politik\/archiv\/08.07.2006\/2647392.asp\">Artikel<\/a><\/p>\n<p>Der Ausdruck panem et circenses (Akkusativ von panis et circenses) stammt von dem r\u00f6mischen Dichter Juvenal (Juvenal, Satiren, 10, 81). Er bedeutet \u201eBrot und Zirkusspiele\u201c. Juvenal kritisiert in dieser Satire das r\u00f6mische Volk, das in der Zeit der funktionierenden Republik die Macht an Feldherren verliehen und Beamte gew\u00e4hlt habe und sich jetzt \u00e4ngstlich nur noch diese beiden Dinge w\u00fcnsche: Brot und Spiele.<br \/>\nHistorische Einordnung<\/p>\n<p>Seit dem Entstehen des Imperium Romanum waren die autarken Bauerngemeinden der Vorzeit verschwunden, und die ehemals freien Bauern mussten als Proletarier in Rom mit zum Teil kostenlosem Getreide aus den Provinzen versorgt werden. In dem riesigen ovalen Circus Maximus wurden sie mit Spielen, vor allem Wagenrennen, unterhalten, w\u00e4hrend sie sich in den Amphitheatern wie dem Kolosseum an Gladiatorenk\u00e4mpfen und Tierhetzen erg\u00f6tzten. Nebenbei wurde auch noch Brot in die Menge geworfen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Brot und Spiele (panem et circenses) &#8211; ein Vorwort zur Fussball Weltmeisterschaft 2010 Der Ausdruck bezeichnet auch heute noch Tendenzen von Politikern oder politischen Systemen, Menschenmassen in kulturelle Einbahnstrassen zu fixieren, in denen fetischistische und primitive Kult-Begleiterscheinungen das logische Denken sowie die Selbstkritik tr\u00fcben und den B\u00fcrger dadurch entm\u00fcndigen, da der Fixpunkt der Aufmerksamkeit potenzieller &hellip; <\/p>\n<p class=\"link-more\"><a href=\"https:\/\/susannealbers.de\/blog\/2010\/02\/07\/brot-und-spiele-ein-vorwort-zur-fusball-wm-2010\/\" class=\"more-link\">Continue reading<span class=\"screen-reader-text\"> &#8220;Brot und Spiele &#8211; ein Vorwort zur Fu\u00dfball WM 2010&#8221;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[1],"tags":[193,195,183,196,197,194],"class_list":["post-149","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-allgemein","tag-193","tag-brot-und-spiele","tag-fusball","tag-panem-et-circenses","tag-spiel","tag-weltmeisterschaft"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/susannealbers.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/149","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/susannealbers.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/susannealbers.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/susannealbers.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/susannealbers.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=149"}],"version-history":[{"count":5,"href":"https:\/\/susannealbers.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/149\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":155,"href":"https:\/\/susannealbers.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/149\/revisions\/155"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/susannealbers.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=149"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/susannealbers.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=149"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/susannealbers.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=149"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}