Die Zeit

Albert Einstein (1879-1955)
Der Unterschied zwischen Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft ist f√ľr uns Wissenschaftler eine Illusion, wenn auch eine hartn√§ckige.

Richard Feynman (1918-1988)
Was ist Zeit? Es w√§re sch√∂n, wenn wir eine gute Definition der Zeit finden k√∂nnten … was jedoch wirklich wichtig ist, ist nicht, wie wir Zeit definieren, sondern wie wir sie messen. Eine M√∂glichkeit, Zeit zu messen, ist die Ben√ľtzung von etwas, das immer wieder in regelm√§√üiger Art geschieht – etwas Periodischem … Alles was wir sagen k√∂nnen, ist, dass wir eine √úbereinstimmung finden zwischen einer Regelm√§√üigkeit der einen Art mit einer Regelm√§√üigkeit der anderen Art. Wir k√∂nnen nur sagen, dass wir unsere Zeit-Definition auf der Wiederholung eines offensichtlich periodischen Ereignisses aufbauen.

Platon (Plato) (427-347 v. Chr.)
Ihre Existenz ist nur an die Gegenwart gebunden, Vergangenheit existiert nicht mehr, das Zuk√ľnftige gibt es noch nicht. Das Jetzt ist unteilbar. Das Bild der Welt ist unumwandelbar und letztlich uneinsehbar, es ist eine Welt der Ideen

Aristoteles
Wir messen also nicht nur die Bewegung durch die Zeit, sondern auch die Zeit durch die Bewegung, weil sie einander begrenzen und bestimmen. So bestimmt also die Zeit die Bewegung selbst als Zahl und genauso die Bewegung die Zeit” “Man k√∂nnte sich streiten, ob auch dann Zeit sei, wenn es kein Bewu√ütsein und keine Seele g√§be. Denn wo keiner z√§hlen kann, kann auch nichts Abz√§hlbares sein, folglich auch keine Zahl. Denn Zahl ist entweder das Gez√§hlte oder das Abz√§hlbare. Wenn aber seinem Wesen nach nichts anderes z√§hlen kann als die Seele und in ihr die Vernunft, dann kann unm√∂glich Zeit ohne Seele bestehen

Augustinus
Was ist also ‘Zeit’? Wenn mich niemand danach fragt, wei√ü ich es; will ich einem Fragenden es erkl√§ren, wei√ü ich es nicht.(Bekenntnisse, 11. Buch)”

Immanuel Kant (1724-1804)
Die Zeit ist kein empirischer Begriff, der irgend von einer Erfahrung abgezogen worden. […] Die Zeit ist eine notwendige Vorstellung, die allen Anschauungen zum Grunde liegt. (Aus: Immanuel Kant, Kritik der reinen Vernunft, Der transzendentalen √Ąsthetik, Zweiter Abschnitt, Von der Zeit, 1781)

Martin Heidegger
Zeitlichkeit ist der Seinssinn der Sorge. Die Verfassung des Daseins und seine Weisen zu sein sind ontologisch nur m√∂glich auf dem Grunde der Zeitlichkeit, abgesehen davon, ob dieses Seiende “in der Zeit” vorkommt oder nicht. (Aus: Martin Heidegger, Sein und Zeit, Max Niemeyer Verlag, T√ľbingen, 1984, S. 367)

Jean Gebser (1905-1973)
Sie (die Zeit) √§u√üert sich, ihrer jeweiligen Manifestationsm√∂glichkeit und der jeweiligen Bewu√ütseinsstruktur entsprechend unter den verschiedensten Aspekten als: Uhrenzeit, Naturzeit, kosmische Zeit oder Sternenzeit; als biologische Dauer, Rhythmus, Metrik; als Mutation, Diskontinuit√§t, Relativit√§t; als vitale Dynamik, psychische Energie (und demzufolge in einem gewissen Sinne als das, was wir ,Seele’ und ,Unbewusstes’ nennen), mentales Teilen; sie √§u√üert sich als Einheit von Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft; als das Sch√∂pferische, als Einbildungskraft, als Arbeit, selbst als Motorik. Nicht zuletzt aber mu√ü, nach den vitalen, psychischen, biologischen, kosmischen, rationalen, kreativen, soziologischen und technischen Aspekten der Zeit auch ihres physikalisch-geometrischen Aspektes gedacht sein, der die Bezeichnung ,vierte Dimension’ tr√§gt. (Ursprung und Gegenwart, M√ľnchen 1973, S. 382)”

Sohn des Sharaman
Viele Leute denken die Zeit wäre ein Fluß, der sanft und sicher in eine Richtung fließt, doch ich sah das Antlitz der Zeit und ich sage euch sie haben Unrecht. Die Zeit ist ein Ozean im Sturm.