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Simon – das Konzentrationsspiel

Geschrieben von am 31. März 2010 | Abgelegt unter Allgemein

Simon – das Konzentrationsspiel

… absolut toll…:-))) … vielleicht kennst Du das Spiel, klicke auf die Felder, die Dir vorgegeben werden – es beginnt mit einem Feld, und endet, wenn Deine Konzentration nachläßt…:-)))…

Tageslosung

Geschrieben von am 29. März 2010 | Abgelegt unter Allgemein

Manfred Siebald – Von deinen Worten

Gesundheitstipp aus Japan

Geschrieben von am 28. März 2010 | Abgelegt unter Allgemein

Gesundheitstipp aus Japan

Stolpers du dauernd
und hast dadurch stark
verschrammte Hände und Knie,
dann mach doch einfach

DEISCHUHZU

Die Kaffeemaschine mit Computerschnittstelle

Geschrieben von am 28. März 2010 | Abgelegt unter Allgemein

Die Kaffeemaschine mit Computerschnittstelle

Kunde: “Guten Tag, ich bräuchte eine Kaffeemaschine.”

Verkäufer: “Ah ja, hier haben wir das neueste Modell. Mit eingebauter Bohnenmühle, Direktanschluss an den Wasserhahn, automatischer Kaffeevorratsverwaltung, voll programmierbar.”

Kunde: “Ah ja, klingt interessant. Aber ich habe gehört, dass einige der neueren Kaffeemaschinen nicht gerade leicht zu bedienen sind.”

Verkäufer: “Aber nein, die Bedienung ist ganz einfach. Sehen Sie, Sie haben hier nur einen Ein-/Aus-Schalter, vier frei definierbare Programmknöpfe und eine RS-232.”

Kunde: “Eine was?”

Verkäufer: “Eine RS-232. Da können Sie Ihren Computer hinein stecken.”

Kunde: “Äh, soll das heißen, ich brauche meinen Computer, um Kaffee zu machen?”

Verkäufer: “Aber nein, nur zur Konfiguration oder zum Firmware-Update. Natürlich können Sie die Kaffeemaschine auch vollständig per Computer steuern, wenn Sie wollen, aber normalerweise schalten Sie einfach die Maschine an und wählen eines der Programme mit den Knöpfen aus.”

Kunde: “Aha, also wenn ich Knopf 1 drücke, bekomme ich eine Tasse, mit Knopf 2 zwei Tassen usw. Sehe ich das richtig?”

Verkäufer: “Das können Sie so einstellen, wenn Sie wollen. Sie können natürlich genauso gut einstellen, dass Knopf 1 eine Tasse starken Kaffee, Knopf 2 eine Tasse nicht ganz so starken Kaffee und Knopf 3 nur heißes Wasser liefert, wenn Sie das wollen.”

Kunde: “Heißes Wasser?”

Verkäufer: “Ja, ist ganz praktisch, wenn Sie sich Tee machen wollen.”

Kunde: “Nun gut, aber wie sage ich der Kaffeemaschine nun, was der Knopf machen soll?”

Verkäufer: “Das ist eigentlich ganz einfach: Sie schließen Ihren Rechner an die RS-232 an.”

Kunde: “Äh, wie mache ich das?”

Verkäufer: “Nun, Sie nehmen ein serielles Null-Modem-Kabel …”

Kunde: “Ein was?”

Verkäufer: “Ein Null-Modem-Kabel. Gibt es in der Computerabteilung.”

Kunde: “Nun gut und wo stecke ich das am Computer hin?”

Verkäufer: “Natürlich an die RS-232, das ist da, wo Sie Ihr Modem anstecken.”

Kunde: “Ich habe kein Modem.”

Verkäufer: “Prima, dann müsste Ihre RS-232 ja frei sein.”

Kunde: “Ich weiß gar nicht, ob ich so etwas überhaupt am Computer habe.”

Verkäufer: “Wenn nicht, können Sie auch einen Adapter RS-232 nach USB bekommen, sofern Ihr Betriebssystem einen passenden Treiber hat.”

Kunde: “Mein was?”

Verkäufer: “Ihr Betriebssystem. Also das, was startet, wenn Sie den Rechner anschalten.”

Kunde: “Sie meinen die Texte, die da über den Bildschirm laufen?”

Verkäufer: “Nein, das ist das BIOS. Das Betriebssystem ist das, was danach kommt, also zum Beispiel Linux, …”

Kunde: “Also, damit kenne ich mich nicht aus, brauche ich das?”

Verkäufer: “Aber nein, jedes Betriebssystem geht gleich gut, sogar Windows.”

Kunde: “Ach so, Windows, warum sagen Sie das nicht gleich, ja, das habe ich.”

Verkäufer: “Damit geht es wie gesagt auch.”

Kunde: “Aber, wie mache ich es denn nun?”

Verkäufer: “Nun, nachdem Sie die Kaffeemaschine mit dem Rechner verbunden und angeschaltet und dann den Rechner hochgefahren haben, …”

Kunde: “Den Rechner was habe?”

Verkäufer: “Angeschaltet und gewartet, bis er nichts mehr macht.”

Kunde: “Ich muss auf einen Bluescreen warten?”

Verkäufer: “Äh, nein, also, Sie warten so lange, bis Sie Programme starten können.”

Kunde: “Ach so.”

Verkäufer: “Ja und dann starten Sie ein Terminalprogramm.”

Kunde: “Ein was?”

Verkäufer: “Ein Terminalprogramm. Fragen Sie doch einfach nachher in der Computerabteilung.”

Kunde: “Nun gut und was mache ich damit?”

Verkäufer: “Sie greifen damit auf die RS-232 zu, an der die Kaffeemaschine sitzt.”

Kunde: “Äh und wie mache ich das?”

Verkäufer: “Das hängt vom Terminalprogramm ab. Jedenfalls, die Kaffeemaschine sendet einen Prompt.”

Kunde: “Einen was?”

Verkäufer: “Einen Prompt. Das ist eine Zeichenkette, die Ihnen sagt, dass die Kaffeemaschine Ihre Befehle erwartet.”

Kunde: “Meine Befehle? Ist das eine Militär-Maschine, oder was?”

Verkäufer: “Nun ja, Sie wollen, dass die Kaffeemaschine etwas macht und da müssen Sie Ihr ja sagen, was Sie machen soll. Das nennt man Befehl.”

Kunde: “Nun ja, wenn Sie meinen. Und wenn dieser Prompt dann kommt, dann klicke ich darauf?”

Verkäufer: “Nein, dann tippen Sie Ihre Befehle ein.”

Kunde: “Tippen?”

Verkäufer: “Ja, ist viel flexibler. Stellen Sie Sich vor, Sie müssten z.B. im Laden erst auf ein irgendwo aufgehängtes Fragezeichen zeigen und dann auf ein Gerät, um über das Gerät etwas zu erfahren, und …”

Kunde: “Ist ja schon gut, also wenn ich den Prompt sehe, dann tippe ich ein: `Wenn ich den Knopf 1 drücke, mache mir eine Tasse starken Kaffee.`. Richtig?”

Verkäufer: “Nun ja, nicht ganz. Um die Konfiguration zu ändern, müssen Sie die .coffeerc ändern.”

Kunde: “Die was?”

Verkäufer: “Die .coffeerc. Das ist eine Datei, in der die Konfiguration gespeichert wird.”

Kunde: “Und wenn ich die öffne, dann kann ich da alles einstellen?”

Verkäufer: “Genau.”

Kunde: “Wird die nötige Software auch mitgeliefert?”

Verkäufer: “Ein vi ist in der Kaffeemaschine fest installiert.”

Kunde: “Was ist bitte ein vi?”

Verkäufer: “vi ist ein Editor, mit dem Sie die .coffeerc. bearbeiten können.”

Kunde: “Was ist jetzt schon wieder ein Editor?”

Verkäufer: “Nun, ein Programm zum Ändern von Textdateien.”

Kunde: “Sie meinen, so etwas wie Word?”

Verkäufer: “Nun ja, fast. Nur eben für reine Textdateien.”

Kunde: “Mit Word bearbeite ich doch auch Texte.”

Verkäufer: “Ja, aber eine Kaffeemaschine kann mit Inhaltsverzeichnissen, Kursivschrift und eingebundenen Bildern nichts anfangen und entsprechend gibt es so etwas nicht in reinen Textdateien.”

Kunde: “Also, wenn ich auf diese .coffeerc doppelklicke, dann öffnet sich der vi?”

Verkäufer: “Nein, sie müssen eintippen: vi .coffeerc. und dann Enter drücken.”

Kunde: “Warum so kompliziert?”

Verkäufer: “Also, ich halte es nicht für kompliziert.”

Kunde: “Nun ja, also, ich starte dann diesen vi und schreibe dann hinein: `Wenn ich den Knopf 1 drücke, mache mir eine Tasse starken Kaffee.”

Verkäufer: “So ungefähr. Sie müssen natürlich erst den vi in den Insert-Modus schalten.”

Kunde: “In den was?”

Verkäufer: “In den Modus, in dem Sie neuen Text einfügen können.”

Kunde: “Äh, aber dann kann ich lostippen?”

Verkäufer: “Ja. Sie müssen sich natürlich an die Syntax für die Konfigurationsdatei halten.”

Kunde: ” ”

Verkäufer: “Nun ja, die Kaffeemaschine versteht es nicht, wenn Sie einfach deutsche Sätze eintippen.”

Kunde: “Sie meinen, ich muss auf Englisch tippen?”

Verkäufer: “Nein, das geht auch nicht.”

Kunde: “Also, japanisch kann ich leider nicht.”

Verkäufer: “Brauchen Sie auch nicht. Es handelt sich um eine spezielle Kaffeemaschinenkonfigurationssprache.”

Kunde: “Äh und die muss ich dann erst lernen?”

Verkäufer: “Sie ist nicht kompliziert, schließlich ist es ja nur eine Kaffeemaschine. Im Verzeichnis doc ist außerdem standardmäßig ein Howto installiert.”

Kunde: “Nun ja, ich glaube, ich versuche es doch mit einer anderen Maschine. Was ist mit der dort hinten?”

Verkäufer: “Die ist noch nicht einmal programmierbar.”

Kunde: “Prima, ich glaube, DIE nehme ich.”

Kurt Tucholsky – Die Familie

Geschrieben von am 27. März 2010 | Abgelegt unter Allgemein

Kurt Tucholsky – Die Familie

Die Griechen, die so gut wußten, was ein Freund ist, haben die Verwandten mit einem Ausdruck bezeichnet, welcher der Superlativ des Wortes ›Freund‹ ist. Dies bleibt mir unerklärlich.
Friedrich Nietzsche

Als Gott am sechsten Schöpfungstage alles ansah, was er gemacht hatte, war zwar alles gut, aber dafür war auch die Familie noch nicht da. Der verfrühte Optimismus rächte sich, und die Sehnsucht des Menschengeschlechtes nach dem Paradiese ist hauptsächlich als der glühende Wunsch aufzufassen, einmal, nur ein einziges Mal friedlich ohne Familie dahinleben zu dürfen. Was ist die Familie?
Die Familie (familia domestica communis, die gemeine Hausfamilie) kommt in Mitteleuropa wild vor und verharrt gewöhnlich in diesem Zustande. Sie besteht aus einer Ansammlung vieler Menschen verschiedenen Geschlechts, die ihre Hauptaufgabe darin erblicken, ihre Nasen in deine Angelegenheiten zu stecken. Wenn die Familie größeren Umfang erreicht hat, nennt man sie ›Verwandtschaft‹ (siehe im Wörterbuch unter M). Die Familie erscheint meist zu scheußlichen Klumpen geballt und würde bei Aufständen dauernd Gefahr laufen, erschossen zu werden, weil sie grundsätzlich nicht auseinandergeht. Die Familie ist sich in der Regel heftig zum Ekel. Die Familienzugehörigkeit befördert einen Krankheitskeim, der weit verbreitet ist: alle Mitglieder der Innung nehmen dauernd übel. Jene Tante, die auf dem berühmten Sofa saß, ist eine Geschichtsfälschung: denn erstens sitzt eine Tante niemals allein, und zweitens nimmt sie immer übel – nicht nur auf dem Sofa: im Sitzen, im Stehen, im Liegen und auf der Untergrundbahn.
Die Familie weiß voneinander alles: wann Karlchen die Masern gehabt hat, wie Inge mit ihrem Schneider zufrieden ist, wann Erna den Elektrotechniker heiraten wird, und dass Jenny nach der letzten Auseinandersetzung nun endgültig mit ihrem Mann zusammenbleiben wird. Derartige Nachrichten pflanzen sich vormittags zwischen elf und eins durch das wehrlose Telefon fort. Die Familie weiß alles, mißbilligt es aber grundsätzlich. Andere wilde Indianerstämme leben entweder auf den Kriegsfüßen oder rauchen eine Friedenszigarre: die Familie kann gleichzeitig beides.
Die Familie ist sehr exklusiv. Was der jüngste Neffe in seinen freien Stunden treibt, ist ihr bekannt, aber wehe, wenn es dem jungen Mann einfiele, eine Fremde zu heiraten! Zwanzig Lorgnons richten sich auf das arme Opfer, vierzig Augen kneifen sich musternd zusammen, zwanzig Nasen schnuppern mißtrauisch: »Wer ist das? Ist sie der hohen Ehre teilhaftig?« Auf der anderen Seite ist das ebenso. In diesen Fällen sind gewöhnlich beide Parteien davon durchdrungen, tief unter ihr Niveau hinuntergestiegen zu sein.
Hat die Familie aber den Fremdling erst einmal in ihren Schoß aufgenommen, dann legt sich die große Hand der Sippe auch auf diesen Scheitel. Auch das neue Mitglied muß auf dem Altar der Verwandtschaft opfern; kein Feiertag, der nicht der Familie gehört! Alle fluchen, keiner tuts gern – aber Gnade Gott, wenn einer fehlte! Und seufzend beugt sich alles unter das bittere Joch …
Dabei führt das ›gesellige Beisammensein‹ der Familie meistens zu einem Krach. In ihren Umgangsformen herrscht jener sauersüße Ton vor, der am besten mit einer Sommernachmittagsstimmung kurz nach einem Gewitter zu vergleichen ist. Was aber die Gemütlichkeit nicht hindert. Die seligen Herrnfelds stellten einmal in einem ihrer Stücke eine Szene dar, in der die entsetzlich zerklüftete Familie eine Hochzeitsfeierlichkeit abzog, und nachdem sich alle die Köpfe zerschlagen hatten, stand ein prominentes Mitglied der Familie auf und sagte im lieblichsten Ton der Welt: »Wir kommen jetzt zu dem Tafellied –!« Sie kommen immer zum Tafellied.
Schon in der großen Soziologie Georg Simmels ist zu lesen, dass keiner so wehtun könne, wie das engere Kastenmitglied, weil das genau um die empfindlichsten Stellen des Opfers wisse. Man kennt sich eben zu gut, um sich herzinniglich zu lieben, und nicht gut genug, um noch aneinander Gefallen zu finden.
Man ist sich sehr nah. Nie würde es ein fremder Mensch wagen, dir so nah auf den Leib zu rücken, wie die Kusine deiner Schwägerin, a conto der Verwandtschaft, Nannten die alten Griechen ihre Verwandten die ›Allerliebsten‹? Die ganze junge Welt von heute nennt sie anders. Und leidet unter der Familie. Und gründet später selbst eine und wird dann grade so.
Es gibt kein Familienmitglied, das ein anderes Familienmitglied jemals ernst nimmt. Hätte Goethe eine alte Tante gehabt, sie wäre sicherlich nach Weimar gekommen, um zu sehen, was der Junge macht, hätte ihrem Pompadour etwas Cachou entnommen und wäre schließlich durch und durch beleidigt wieder abgefahren. Goethe hat aber solche Tanten nicht gehabt, sondern seine Ruhe – und auf diese Weise ist der ›Faust‹ entstanden. Die Tante hätte ihn übertrieben gefunden.
Zu Geburtstagen empfiehlt es sich, der Familie etwas zu schenken. Viel Zweck hat das übrigens nicht; sie tauscht regelmäßig alles wieder um.
Irgendeine Möglichkeit, sich der Familie zu entziehen, gibt es nicht. Mein alter Freund Theobald Tiger singt zwar:
Fang nie was mit Verwandtschaft an –
denn das geht schief,
denn das geht schief!
aber diese Verse sind nur einer stupenden Lebensunkenntnis entsprungen. Man fängt ja gar nichts mit der Verwandtschaft an – die Verwandtschaft besorgt das ganz allein.
Und wenn die ganze Welt zugrunde geht, so steht zu befürchten, dass dir im Jenseits ein holder Engel entgegenkommt, leise seinen Palmenwedel schwingt und spricht: »Sagen Sie mal – sind wir nicht miteinander verwandt –?« Und eilends, erschreckt und im innersten Herzen gebrochen, enteilst du. Zur Hölle.
Das hilft dir aber gar nichts. Denn da sitzen alle, alle die andern.

Peter Panter
Die Weltbühne, 12.01.1923, Nr. 2, S. 53,
wieder in: Mona Lisa.

Frühling

Geschrieben von am 25. März 2010 | Abgelegt unter Allgemein

sommer

Endlich ist der Frühling da. Überall, wo man hinblickt findet in den Gärten ein reges Treiben statt. Mein Vater berichtete, daß die Nachbarn nur noch am säen, pflanzen und rechen sind. Es wird auch langsam mal Zeit. Schluß mit dem fürchterlichen Winterwetter. Wie auf der Animation ersichtlich, braucht es ja alles noch ein wenig Zeit, bis die wunderbaren Köstlichkeiten gewachsen sind.

Frühling

Frühling läßt sein blaues Band
Wieder flattern durch die Lüfte
Süße, wohlbekannte Düfte
Streifen ahnungsvoll das Land
Veilchen träumen schon,
Wollen balde kommen
Horch, von fern ein leiser Harfenton!
Frühling, ja du bist’s!
Dich hab ich vernommen!

Eduard Mörike
————–
Frühlings Ankunft

Grüner Schimmer spielet wieder
Drüben über Wies’ und Feld.
Frohe Hoffnung senkt sich nieder
Auf die stumme trübe Welt.
Ja, nach langen Winterleiden
Kehrt der Frühling uns zurück,
Will die Welt in Freude kleiden,
Will uns bringen neues Glück.

Seht, ein Schmetterling als Bote
Zieht einher in Frühlingstracht,
Meldet uns, dass alles Tote
Nun zum Leben auferwacht.
Nur die Veilchen schüchtern wagen
Aufzuschau’n zum Sonnenschein;
Ist es doch, als ob sie fragen:
»Sollt’ es denn schon Frühling sein?«

Seht, wie sich die Lerchen schwingen
In das blaue Himmelszelt!
Wie sie schwirren, wie sie singen
Über uns herab ins Feld!
Alles Leid entflieht auf Erden
Vor des Frühlings Freud’ und Lust -
Nun, so soll’s auch Frühling werden,
Frühling auch in unsrer Brust!

August Heinrich Hoffmann von Fallersleben
(1798 – 1874)

Studie übers letzte Abendmahl

Geschrieben von am 24. März 2010 | Abgelegt unter Allgemein

Studie übers letzte Abendmahl:
Was auf den Tisch kommt, wird gegessen
Wie groß sind die Brotlaibe? Und was kommt dazu auf den Tisch? Zwei US-Forscher haben Abendmahl-Darstellungen aus den vergangenen tausend Jahren untersucht. Denn die Gemälde sollten Nahrungsknappheit oder -überfluss in ihrer Epoche wiederspiegeln.

Nahrungsknappheit ist bei uns kaum ein Thema. Im Gegenteil: Ein großer Teil der Deutschen ist übergewichtig, die Portionen auf den Tellern sind also nicht zu klein, sondern zu üppig. Nach Angaben von zwei US-Forschern ist dies Teil eines Trends, der bereits seit eintausend Jahren zu erkennen ist.

Die beiden Wissenschaftler haben sich eines ungewöhnlichen Mittels bedient, um ihre These zu untermauern: Sie untersuchten diverse Gemälde, die das letzte Abendmahl, bei dem Jesus mit seinen Jüngern speist, als Motiv haben. “Die vergangenen tausend Jahre haben deutliche Verbesserungen bei der Herstellung, Verfügbarkeit, Sicherheit, Fülle und Bezahlbarkeit von Nahrungsmitteln gebracht”, schreiben Brian und Craig Wansink in der aktuellen Ausgabe des “International Journal of Obesity”. “Gehen wir davon aus, dass Kunst dem Leben nachempfunden ist und dass Nahrungsmittel im vergangenen Jahrtausend zunehmend verfügbar waren, sollte sich dies auch in den Portionen auf den Gemälden widerspiegeln.” Brian Wansink unterrichtet Marketing und angewandte Wirtschaft an der New Yorker Cornell-Universität, sein Bruder lehrt Religionswissenschaften am Virginia Wesleyan College in Norfolk, Virginia.

Die Brüder untersuchten 52 der populärsten Abendmahl-Bilder, die seit dem Jahr 1000 gemalt wurden – darunter auch die berühmte Darstellung von Leonardo da Vinci, das zwischen 1495 und 1497 entstand. Mit einem computergesteuerten Messprogramm verglichen sie die Größe der Teller, der darauf servierten Portionen und des dazu gereichten Brotes. Um die Daten maßstabsgerecht zu erfassen, setzten die Wissenschaftler sie ins Verhältnis zur jeweiligen Kopfgröße der Jünger.

Das Ergebnis: Die Größe der Teller nahm um 66 Prozent zu, die der Portionen um 69 Prozent und die der Brotlaibe um 23 Prozent. Dabei sei der Anstieg zwischen den Jahren 1500 und 2000 noch größer als der zwischen 1000 und 1500.

Dem neuen Testament zufolge fand das letzte Abendmahl während des jüdischen Pessach-Festes statt, am Tag bevor Jesus verraten und ans Kreuz geschlagen wurde. Dass Wein und Brot gereicht wurden, ist vermerkt, anderes Essen allerdings nicht. Auf fast der Hälfte der Gemälde (46 Prozent) ist demnach kein Hauptgang abgebildet. Gibt es ein solches Gericht, ist es meist Fisch (18 Prozent) oder Lamm (14 Prozent), in selteneren Fällen auch Schwein (sieben Prozent).

Quelle: Stern

Die drei Siebe des Weisen

Geschrieben von am 23. März 2010 | Abgelegt unter Allgemein

Die drei Siebe des Weisen (nach Sokrates)

Zum weisen Sokrates kam einer gelaufen und sagte: “Höre, Sokrates, das muss ich dir erzählen!”

“Halte ein!” unterbracht ihn der Weise, “hast du das, was du mir sagen willst, durch die drei Siebe gesiebt?”

“Drei Siebe?”, fragte der andere voller Verwunderung.

“Ja, guter Freund! Lass sehen, ob das, was du mir sagen willst, durch die drei Siebe hindurchgeht: Das erste ist die Wahrheit. Hast du alles, was du mir erzählen willst, geprüft, ob es wahr ist?”

“Nein, ich hörte es jemanden erzählen und…”

“So, so! Aber sicher hast du es im zweiten Sieb geprüft. Es ist das Sieb der Güte. Ist das, was du mir erzählen willst gut?”

Zögernd sagte der andere: “Nein, im Gegenteil…”

“Hm”, unterbrach ihn der Weise, “so lasst uns auch das dritte Sieb noch anwenden. Ist es notwendig, dass du mir das erzählst?”

“Notwendig nun gerade nicht…”

“Also, sagte lächelnd der Weise, “wenn es weder wahr noch gut noch notwendig ist, so lass es begraben sein und belaste dich und mich nicht damit.”

bild

Missfits – Gelaber

Die Philosophie der Weisheit

Geschrieben von am 23. März 2010 | Abgelegt unter Allgemein

Die Philosophie der Weisheit. Die andere Art zu denken.

Frieder Lauxmann

(geb. 1933), Jurist und Philosoph. – Die Universität des Nichtwissens – Aus: Die Philosophie der Weisheit. Die andere Art zu denken. München 2004 (dtv 34068), S. 23-29. © nymphenburger in der F.A. Herbig Verlagsbuchhandlung, München 2002.

Die Universität des Nichtwissens

Zwei Weise begegnen einander. Da fragt der eine:” Sag mir, woran erkennt man deine Weisheit?” Der gibt zur Antwort: “Man erkennt sie daran, daß ich bis jetzt gerade diese Frage mir und anderen noch nie gestellt habe.” Anstatt es bei dieser Weisheit zu belassen, wollen wir die Torheit begehen, einige Antworten auf diese Frage zu versuchen. Dabei müssen wir uns darüber im klaren sein, daß die Betrachtung der Weisheit niemals die Weisheit selbst ist. Die Erforschung der Weisheit kann selbst nicht weise sein. Schade für die Philosophen, die ihr ganzes Leben dieser Betrachtung widmen und gerade dies nicht wissen – Sokrates ausgenommen.

Und dennoch wollen wir uns über diesen Abgrund des Denkens wagen, vielleicht nur deshalb, um bei diesem Abenteuer einige Denkverkrustungen loszuwerden. Es geht hier nicht um praktische Lebensweisheiten, etwa nach der Methode: “Wer andern eine Grube gräbt, soll nicht vergessen, eine Rechnung zu schreiben”, oder “Heirate lieber einen gestandenen Mann, als einen gesessenen”, oder “Trau keinem unter und auch keinem über dreißig” usw. Es mag Weisheit dazu gehören, solche Erfahrungen zu machen und Lehren daraus zu ziehen, es gehört allerdings keine dazu, sie zu verbreiten. Und so mancher Weisheitslehrer war nicht mehr, als ein Sprüchesammler, wie einige fromme Bibelautoren, die im Namen Salomos dessen gesammelte und ihm zugeschriebene Werke posthum herausgaben.

Hier geht es um etwas ganz anderes: Weisheit ist Wissen ohne Wissen. Die wirkliche Weisheit zeigt sich in der unbelegbaren, nicht vorgeformten und oft nicht nachvollziehbaren Wahrheit. Ihre Quellen sind völlig anderer Natur als die eines Lehrbuchs, eines Konversationslexikons oder des Internets. Deshalb ist Weisheit auch nicht lehrbar, wie ein Schulfach. Es gibt weise Lehrer. Man erkennt sie jedoch nicht an dem, was, sondern wie sie lehren, und vor alles daran, daß sie von den Schülern geliebt und geachtet werden. Wenn man dann fragt, worin denn ihre Weisheit bestehe, dann wird nichts erklärt, sondern es werden nur Geschichten erzählt. Und hier liegt das Faszinierende an der Weisheit: sie ist nicht, was man wissen oder besitzen kann. Sie geschieht, sie zeigt sich, sie spielt sich ab. Das brauchen keine Heldentaten zu sein; oft genügen kleine und kleinste Begebenheiten, teilweise völlig unbeachtete Nebensächlichkeiten, um in einem Menschen Weisheit zu erkennen. Letzten Endes ist sie eine ganz neue und zugleich uralte, oft verkannte Dimension des Denkens. Der Weise denkt anders, handelt anders, urteilt anders, denn Weisheit ist der aufregendste Störfaktor im Bereich menschlichen Denkens. Sie fragt nicht nach Gründen, sie ist selbst ein Grund. Wer aber anders denkt als die anderen, stört diese beim Nichtdenken. Weisheit regt auf.

Wissen und Vernunft wurden seit der Renaissance zunehmend als einzige Quelle der Weisheit angesehen. Dies war und bleibt ein fundamentaler Irrtum. Die Worte Weisheit und Wissen stammen in der deutschen Sprache zwar aus der gleichen Wurzel, aber die Stämme haben sich auseinanderentwickelt. Oft wurden sie früher gleichgesetzt oder verwechselt. Noch Lichtenberg schien nicht genau zwischen Wissen und Weisheit zu trennen, obwohl gerade er ein Muster an Weisheit war. Er notierte einmal: “Jetzt sucht man überall Weisheit auszubreiten, wer weiß, ob es nicht in ein paar hundert Jahren Universitäten gibt, die alten Unwissenheiten wiederherzustellen.” Wenn man diesen Satz in heutiger Zeit richtig verstehen will, dann müssen wir ihn so lesen: “Jetzt versucht man überall, Wissen anzuhäufen und auszubreiten. Wer weiß, ob es nicht in ein paar Jahrhunderten Universitäten gibt, die sich damit befassen, den alten, ungehinderten, nicht durch zu viel Wissen belasteten Zugang zur Weltweisheit wieder zu ermöglichen und herzustellen.” Seit dieser Vermutung Lichtenbergs sind über zweihundert Jahre vergangen. Sind dies schon die “paar Jahrhunderte”, die er vermutet hatte? Haben wir solche Universitäten, schon, die Un-wissenheit herstellen, statt Uni-Wissenheit? Natürlich nicht, im Gegenteil, noch werden in ihnen Stellen in Richtung auf ein für die Wirtschaft nützliches Wissen umgewidmet. Es gibt jedoch im Denken der Menschen starke Strömungen, die in die andere, Lichtenbergsche Richtung weisen. Doch hier müssen wir aufpassen, daß eine solche Strömung nicht in falsche Kanäle fließt. Wissensabwehr ohne Weisheit läßt höchstens auf banale Dummheit schließen. Wissensverzicht aus Weisheit ist etwas ganz anderes, Geheimnisvolles, Unbequemes.

Und so finden wir hier eine neue Erklärung, die vor einem halben Jahrhundert noch undenkbar gewesen wäre: Weisheit findet sich in dem Teil des menschlichen Denkens, der sich nicht programmieren läßt. Diesen Satz faßt längst nicht das ganze Phänomen, denn ein solches Denken könnte auch dumm und absurd sein. Daher muß noch ein anderer Faktor betrachtet werden: Weisheit ist ein Denken, das aus der Verliebtheit in die Welt hervorgeht. Die Weisheitslehrer des Alten Testaments hatten dafür eine religiöse Erklärung: Alle Weisheit kommt von Gott. Sie läßt sich nicht von seiner Leibe trennen. nun reicht auch diese Erklärung nicht aus, es muß noch etwas hinzukommen. Es darf nicht bei der Verliebtheit bleiben. Sie wäre wirkungslos ohne den Liebesakt. Weisheit muß etwas Positives, Gute hervorbringen, sie muß in der Welt zeigen und direkt oder indirekt etwas bewirken können. Wo sie Privatbesitz bleibt, ist es besser, über sie zu schweigen. So gibt es also viele Faktoren, die weiträumig das Denkfeld eingrenzen, in dem Weisheit gedeihen kann:

1. Weisheit ist nicht speicherbar, sie geschieht;

2. sie ist unsystematisch, also auch nicht programmierbar;

3. sie gedeiht nur in der Liebe zur Welt;

4. sie bringt das Gute hervor.

Einer der wenigen Definitionsversuche dessen, was Weisheit sein könnte, stammt von Arthur Schopenhauer: ” Weisheit scheint mir nicht theoretische, sondern auch praktische Vollkommenheit zu bezeichnen. Ich würde sie definieren als die vollendete, richtige Erkenntnis der Dinge, im Ganzen und Allgemeinen, die den Menschen so völlig durchdrungen hat, daß sie nun auch in seinem Handeln hervortritt, indem sie sein Tun überall leitet.” (Parerga und Paralipomena II. §339) Weisheit, so verstanden, muß sich also am Tun und nicht nur am Reden und Schreiben erweisen. Leider ist auch der große Schopenhauer ein Beispiel dafür, daß Dozieren über Lebensweisheiten noch nicht unbedingt auf die Weisheit des Dozenten schließen läßt.

Die Weisheit war angeblich seit Urzeiten die Geliebte der Denker, was viele dieses Standes jedoch nicht daran hinderte, sie zu mißbrauchen und dann zu verachten. Die Weisheitsliebe – Philosophie – aus den Wortstämmen Philia (Liebe, Vorliebe, Neigung, Freundschaft) und Sophia (Weisheit) wurde in Griechenland zur Berufsbezeichnung der Denker. Wo es jedoch nur ums bloße Geschäft mit der Weisheit ging und nicht auch um die Liebe, redete man oft abschätzig von Sophisten. Platon schrieb in seinem Dialog: >Sophistes<:”Nur ein eingebildetes Wissen besitzt der Sophist und nicht die Weisheit” Dabei kann gleich gesagt werden, daß diese Sophia auch als Sammelbegriff für allerlei Wissen über Gott und die Welt sowie als Depot für Spekulationen jeglicher Art gebraucht und mißbraucht wurde. Sophia wurde immer mehr zur Universalgeliebten, kein Wunder, wenn sie für manche dabei ihr Unschuld verloren hat.

Philosophie war bis in die Zeit der Renaissance ein allgemeiner Begriff, der einen großen Teil der damaligen Wissenschaften umfaßte: Philosophie im engeren Sinne, Theologie, Mathematik und Physik (im Sinne von Naturwissenschaft insgesamt) und manches andere, z.B. Staatslehre, Astrologie und Astronomie. Die Philosophie “im engeren Sinne” magerte immer wieder weiter ab, was sich leider nicht auf das Gewicht der Worte auswirkte, die sie von sich gab. Nach der Ausklammerung von Theologie, Mathematik, Staatslehre, Physik (Naturwissenschaft) und gar noch der Psychologie, Logik und Linguistik ist die Philosophie nur noch ein dünner, zudem schwer verdaulicher “echter” Rest geblieben. Doch woraus besteht der Rest? Vielleicht aus dem Nichts, auf das sich manche Philosophen warfen, wie ein hungrige Meute, auf einen einzigen hingeworfenen, dazu schon längst abgenagten Knochen. Philosophen, die die Weisheit zernagen, hinterlassen allenfalls das Nichts, wie zum Beispiel Jean – Paul Sartre, der am Ende seines rund tausend Seiten starken Monumentalwerkes “Das Sein und das Nichts” bekannte. “Der Mensch ist eine nutzlose Leidenschaft.” Hätte er das schon auf Seite 1 gesagt, um fortan schweigend im Lotussitz zu verharren, hätte ein ganzer Wald von der Papierindustrie gerettet werden können. Wäre Sartre ein Weiser gewesen, dann hätten seine umfangreichen Überlegungen nicht in Resignation enden dürfen. Liebe resigniert nicht. Zumindest die Liebe der Weisheit.

Daß die Philosophie ihr Abhängigkeit von der Weisheit vergessen und übersehen hat, war ihr größter Sündenfall. Sich von der Liebe zu lösen, um von ihr unabhängig zu sein, das folgte aus der Erfahrung, daß sich die Weisheit nicht beherrschen läßt. Wer jedoch selbst allein herrschen will, muß auf sie verzichten. Weisheit läßt sich nicht herbeizwingen, sie wartet, bis man sie wieder liebt. Jeder Mensch kann die ihm unmittelbar erkennbare und zugänglich werdende Weisheit erfassen und lieben. Philosoph im ursprüngliche Sinne des Wortes kann man werden, wie man Musikliebhaber wird: aus Liebe zu einer geistigen Sache. Seit Urzeiten hat es zahlreiche Menschen gegeben, die eine ungehinderten Zugang zur Weisheit gepflogen haben pflegen. Uralte Erkenntnisse können dem Menschen immer wieder neu aufleuchten, dazu kommt es nicht auf das viele Wissen an. Unwissen zeichnet niemanden aus, sinnlos angehäuftes Wissen allerdings auch nicht. Lichtenbergs Zukunftsuniversität müßte sich um dieses Dilemma kümmern. Sie könnte völlig neue, andersartige und belebende Impulse für unser Bildungsystem geben. Eine Kultur, in der Weisheit nicht als höchstes Ideal geschätzt wird, hört bald auf, eine zu sein. Doch wohin führt es, wenn die Weisheit nicht geliebt wird, sondern als Mittel dienen soll, das Universum zu beherrschen?

Der Eid des Hippokrates

Geschrieben von am 23. März 2010 | Abgelegt unter Allgemein

hippokrates

Der Eid des Hippokrates

Zu Hippokrates – Arzt und Begründer der wissenschaftl. Medizin – etwa 460 – 370 v.Ch. / griech. Insel Koz

“Ich schwoere, Apollon den Arzt und Asklepios und Hygieia und Panakeia und alle Goetter und Goettinnen zu Zeugen aufrufend, dass ich nach bestem Vermoegen und Urteil diesen Eid und diese Verpflichtung erfuellen werde:

den, der mich diese Kunst lehrte, meinen Eltern gleich zu achten, mit ihm den Lebensunterhalt zu teilen und ihn, wenn er Not leidet, mitzuversorgen; seine Nachkommen meinen Bruedern gleichzustellen und, wenn sie es wuenschen, sie diese Kunst zu lehren ohne Entgelt und ohne Vertrag; Ratschlag und Vorlesung und alle uebrige Belehrung meinen und meines Lehrers Soehnen mitzuteilen, wie auch den Schuelern, die nach aerztlichem Brauch durch den Vertrag gebunden und durch den Eid verpflichtet sind, sonst aber niemandem.

Meine Verordnungen werde ich treffen zu Nutz und Frommen der Kranken, nach bestem Vermoegen und Urteil; ich werde sie bewahren vor Schaden und willkuerlichem Unrecht

Ich werde niemandem, auch nicht auf seine Bitte hin, ein toedliches Gift verabreichen oder auch nur dazu raten. Auch werde ich nie einer Frau ein Abtreibungsmittel geben. Heilig und rein werde ich mein Leben und meine Kunst bewahren. Auch werde ich den Blasenstein nicht operieren, sondern es denen ueberlassen, deren Gewerbe dies ist.

Welche Haeuser ich betreten werde, ich will zu Nutz und Frommen der Kranken eintreten, mich enthalten jedes willkuerlichen Unrechtes und jeder anderen Schaedigung, auch aller Werke der Wollust an den Leibern Frauen und Maennern, Freien und Sklaven.

Was ich bei der Behandlung sehe oder hoere oder auch ausserhalb der Behandlung im Leben der Menschen, werde ich, soweit man es nicht ausplaudern darf, verschweigen und solches als ein Geheimnis betrachten.

Wenn ich nun diesen Eid erfuelle und nicht verletze, moege mir im Leben und in der Kunst Erfolg zuteil werden und Ruhm bei allen Menschen bis in ewige Zeiten; wenn ich ihn uebertrete und meineidig werde, das Gegenteil.”

Gewaltverherrlichende Spiele

Geschrieben von am 20. März 2010 | Abgelegt unter Allgemein

Ein gemeinsamer Test

Zunächst mein Gedankengang:

Wenn ich in einem Internetcafé bin, treffe sehr oft auf Jugendliche die “gewaltverherrlichende” Spiele spielen. Und ich rege mich jedesmal auf, und kann den Mund nicht halten, wenn ich so etwas sehe. Wenn ich dann etwas sage, endet es schließlich damit, daß ich mir folgende Kommentare anhöre:

“Wir spielen doch nur, ist doch egal, sonst ist mir langweilig.”

“Leck mich am Arsch, kümmer Dich um Deinen eigenen Scheiß.”

“Du kannst doch nicht sagen, daß jemand der Counterstrike, Battlefield oder Command & Conquer spielt, das auch in der Realität umsetzen würde.”

Susanne, das kannst Du doch nicht verallgemeinern, es sind schließlich auch und vor allem Strategiespiele”

Die Kommentare dienen eigentlich der sog. Rechtfertigung, daß man ja blutige Ballerspiele spielen kann, und das so etwas schließlich überhaupt nichts mit der Realität zu tun hat. Klar ist es eine Verallgemeinerung, was ich im Rahmen meiner Meckerei und meines Unverständnisses von mir gebe, und was mir schließlich Angst macht. Aber gestern war ich bei Saturn am Alex, einem sog. Riesen Elektronik und Technik Markt, genau wie es der Media Markt ist. Dort lagen Unmengen dieser Spiele, die im großem Rahmen beworben wurden.

Neben einem neuen Spiel stand eine lebensgroße Schaufensterpuppe im Kampfanzug, bärtig, mit Stirnband und mit einer Pistole mit Schalldämpfer in der Hand – das war in meinen Augen der überschrittene Grenzbereich.

Zusammen mit dem Geschehnis vom Montag den 21. März 2005 war das der Initialzünder, diese Seiten jetzt endlich fertig zu machen. Schließlich kann es ja auch sein, daß ich unrecht habe, und solche Spiele doch keine Auswirkung auf die Realität haben.

Falls Ihr Eltern seid, und im Zweifelsfall nicht wißt, was da so alles gespielt wird, vor allem aber wie beliebt solche Spiele sind, dann möchte ich Euch hier mal eine kleine Auswahl dessen zeigen, was mir im Verlauf meiner Surferei über den Weg gelaufen ist, und was die Grundlage für unseren Test sein soll.

Der gemeinsame Test

Zusätzliche zu den Seiten erstelle ich eine Art Kommentarbuch auf jeder Seite für alle Spiele. Ich möchte Euch jetzt bitten (wenn Ihr überhaupt wollt), die Spiele einmal nacheinander durchzuspielen und Euren Kommentar anschließend ruhig anonym und möglichst wertfrei von meiner voreingenommene Meckerei einzutragen.

Es sind sehr unterschiedliche und auch heftige Spiele und Animationen dabei und ebenso welche, die den Anschein von Witzigkeit erwecken. Daneben denke ich, daß man auch nicht so sehr auf die funktionale oder grafische Qualität der Spiele achten sollte, sondern eher auf das, was man dabei empfindet, oder an wen oder was man eventuell denkt, wenn man reagiert oder ballert:

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Jahrestag

Geschrieben von am 19. März 2010 | Abgelegt unter Allgemein

Heute vor einem Jahr ist mir etwas schlimmes passiert. So fühlt sich also ein besonderer Jahrestag an.
Epilepsie – Keppra – Psychose – Hand ab
Was soll ich groß schreiben? Die Hand wurde wieder angenäht, funktioniert aber noch nicht besonders gut, auf meinem Kopf sind drei kahle Stellen mit Transplantaten von meiner Beinhaut und ich nehme jetzt soviel Risperdal, daß ich vom Antiepileptikum Keppra keine Psychosen mehr bekommen kann. Es waren insgesamt 31 Wochen Krankenhaus und 13 Operationen.
Dankbarkeit wäre wohl sehr passend. Meiner Liebsten, Bettina, bin ich dankbar, daß sie den Notarzt, die Polizei und die Feuerwehr verständigt hat und mir auch heute noch ihre Liebe schenkt. Den Ärzten und Pflegekräften im Unfallkrankenhaus Berlin und im Urban Krankenhaus bin ich für die gelungenen Operationen und die Pflege, sowie gute Gespräche dankbar, Frank bin ich dankbar, daß er den Blutfleck entfernt hat und meine Wohnung wieder auf Vordermann gebracht hat, allen Angehörigen und Freunden danke ich für all die verständnisvollen Worte, deren Anteilnahme, Krankenhausbesuche und Telefonate.
Und dem lieben Gott danke ich, daß ich noch lebe, und er mich immer wieder spüren läßt, daß er für mich da ist.

Reinhard Mey – Hab Dank fuer deine Zeit

Die Fabel vom Frosch

Geschrieben von am 18. März 2010 | Abgelegt unter Allgemein

frosch

Die Fabel vom Frosch…
oder: Lektion Nr. 1 für das Leben

Es war einmal … ein Wettlauf der Frösche.

Das Ziel war es, auf den höchsten Punkt eines grossen Turms zu gelangen.

Es versammelten sich viele andere Frösche, um zuzusehen und ihre Artgenossen anzufeuern.

Der Wettlauf begann.

In Wirklichkeit glaubte keiner von den Zuschauern daran, dass auch nur ein Frosch auf die Spitze des Turmes gelangen könnte, und alles was man hörte, waren Sätze wie :

“Die Armen! Sie werden es nie schaffen!”

Die Frösche begannen einer nach dem anderen – aufzugeben,

ausser einem, der weiterhin versuchte, auf die Spitze des Turmes zu klettern.

Die Zuschauer fuhren fort zu sagen:

“… Die Armen! Sie werden es nie schaffen! ….”

Und die Frösche gaben sich geschlagen, ausser dem einen Dickschädel, der nicht aufgab.

Schlussendlich hatten alle Frösche ihr Vorhaben abgebrochen – nur jener Frosch hatte alleine und unter grosser Anstrengung die Spitze des Turmes erreicht.

Die anderen wollten von ihm wissen, wie er das geschafft hatte.

Einer der anderen Frösche näherte sich ihm, um zu fragen, wie er es geschafft hätte, den Wettlauf zu gewinnen.

Da merkten sie, dass … er taub war!

…Hör nicht auf die Personen, die die schlechte Angewohnheit haben, pessimitisch zu sein… sie stehlen dir die tiefsten Hoffnungen deines Herzens!

Denke immer an die Kraft, die die Worte haben, die du hörst oder liest.

Bemühe dich deshalb immer, POSITIV zu sein!

Zusammenfassend:

Sei immer taub, wenn jemand dir sagt, du könntest deine Träume nicht verwirklichen.

ENDE Auch ich habe diesen Text per Mail in veränderter Form von einem Freund bekommen.

Rosenstolz – Wenn du jetzt aufgibst

Brecht – Vaterlandsliebe, der Haß gegen Vaterländer

Geschrieben von am 18. März 2010 | Abgelegt unter Allgemein

Brecht – Vaterlandsliebe, der Haß gegen Vaterländer

Herr K. hielt es nicht für nötig, in einem bestimmten Lande zu leben. Er sagte: “Ich kann überall hungern.” Eines Tages aber ging er durch eine Stadt, die vom Feind des Landes besetzt war, in dem er lebte. Da kam ihm entgegen ein Offizier dieses Feindes und zwang ihn, vom Bürgersteig herunterzugehen. Herr K. ging herunter und nahm an sich wahr, daß er gegen diesen Mann empört war, und zwar nicht nur gegen diesen Mann, sondern besonders gegen das Land, dem der Mann angehörte, also daß er wünschte, es möchte vom Erdboden vertilgt werden. “Wodurch”, fragte Herr K., “bin ich für diese Minute ein Nationalist geworden? Dadurch, daß ich einem Nationalisten begegnete. Aber darum muß man die Dummheit ja ausrotten, weil sie dumm macht, die ihr begegnen.”

Die Nähe eines Menschen

Geschrieben von am 16. März 2010 | Abgelegt unter Allgemein

Die Nähe eines Menschen

wußten sie schon daß die stimme eines menschen einen anderen menschen wieder aufhorchen läßt der für alles taub war wußten sie schon daß das anhören eines menschen wunder wirkt daß das wort oder das tun eines menschen wieder sehend machen kann einen der für alles blind war der nichts mehr sah der keinen sinn mehr sah in dieser weit und in seinem leben wußten sie schon daß das zeithaben für einen menschen mehr ist als geld mehr als medikamente unter umständen mehr als eine geniale operation wußten sie schon daß die nähe eines menschen gesund machen krank machen tot und lebendig machen kann wußten sie schon daß die nähe eines menschen gut machen böse machen traurig und froh machen kann wußten sie schon daß das wegbleiben eines menschen sterben lassen kann daß das kommen eines menschen wieder leben läßt

als jesus den tauben heilte da ist er mit dem finger in dessen ohren gegangen er blieb nicht auf distanz jesus ist ganz dicht an den tauben herangetreten und hat gesagt: komm laß mich mal an deine ohren heran und dann hat jesus mit dem finger in seinen ohren gebohrt die waren nämlich total verstopft jesus hat den gehörgang des tauben frei gemacht von floskeln von lügen von allgemeinplätzen von vorurteilen ganz tief drinnen das alles hatte den mann taub gemacht er konnte durch diesen ganzen wust nicht mehr richtig hindurchhören. jesus hat das geschafft indem er ganz nahe an den mann heranging und nicht bloß distanziert belehrungen und ermahnungen erteilte von oben herab

als jesus den stummen heilte ja was da?! da ist er ganz nahe herangegangen an diesen stummen menschen hat ihn umarmt hat sich nicht distanziert verhalten wie ein mensch ist er ganz nahe herangegangen und hat mit dem finger speichel aus seinem mund genommen und den speichel dem stummen auf die zunge gestrichen ganz konkret furchtbar konkret bah speichel! wo bleibt da die hygiene aber was ist bei verliebten ‘bah ” und diese ungeheure menschliche nähe diese nicht gespielte zuneigung löste und erlöste den stummen das ist erlösung! wenn einer so kommt -

da tat der stumme seinen mund auf das alles vorher war vielleicht wortlos zugegangen wie liebesspiele wortlos vor sich gehen und jetzt spricht auch jesus mit ihm dem nicht mehr stummen und sie verstehen sich und von da an wagte der stumme wieder mit menschen zu sprechen weil er einem menschen begegnet war denn sprechen ist ein wagnis wenn es nicht bloßes plappern sein soll nichtssagendes plappern wirkliches sprechen ist ein wagnis dieser stumme wagte wieder den mund aufzutun weil er einen menschen gegenüber hatte dem er sich öffnen konnte ohne gedemütigt zu werden deshalb wagte er wieder den mund aufzutun.

Wilhelm Willms

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