
Am Tag ihres Rücktritts habe ich Frau Dr. Käßmann noch ein Fax mit den besten Wünschen für eine richtige Entscheidung geschickt. Ende April kam ein Danke Schreiben. Und nun lese ich in der Presse, daß sie zum Ökumenischen Kirchentag nach München reisen wird und dort an mehreren Veranstaltungen teilnehmen wird. Das hat mich gefreut. Zum August hin wird Frau Dr. Käßmann ein halbes Jahr zu Vorträgen in die USA reisen – eine sehr gute Idee, wie ich finde – hier die zwei Artikel, die ich gefunden habe.
Ex-Bischöfin als Dozentin
Käßmann nimmt Auszeit an US-Uni
DPA
Die ehemalige Bischöfin Margot Käßmann nimmt ein Auslandsemester in den Südstaaten der USA. Als Dozentin wird sie ab August bis zum Jahresende an der Emory University in Atlanta unterrichten. Ein Mitdozent im kommenden Herbst: der Dalai Lama.
Margot Käßmann nimmt sich eine Auszeit von Deutschland: Sie geht für einen viermonatigen Studienaufenthalt an die Emory University in Atlanta in den USA. Käßmann trat Ende Februar wegen Trunkenheit am Steuer von ihrem Amt als Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche Deutschland (EKD) zurück. Die EKD bestätigte am Freitag diese Informationen der Nachrichtenagentur epd.
Die 51-jährige Theologin werde von August bis Dezember das Herbstsemester an der Südstaaten-Uni im Bundesstaat Georgia verbringen. Käßmann wird dort auf Einladung der Uni Gastvorträge halten.
Die ehemalige evangelische Bischöfin war bereits in ihrer Jugend in den USA. Sie verbrachte dort einen einjährigen Schüleraustausch. Dort habe die junge Käßmann vor allem das Leben des Bürgerrechtlers und Baptisten-Predigers Martin Luther King beeindruckt, schreibt epd. Kings Ideen sollen für Käßmann ein Ansporn gewesen sein, Theologie zu studieren, so die evangelische Nachrichtenagentur.
Unterrichten an einer Uni mit dem Dalai Lama
An der von Methodisten gegründeten Emory University könnte Käßmann auch Gelegenheit haben, den Dalai Lama, religiöses Oberhaupt der Tibeter, zu treffen. Er soll mehrere Tage während Käßmanns Auslandssemester die Hochschule besuchen und dort Vorträge halten.
Nach ihrem Rückzug als EKD-Ratsvorsitzende und Bischöfin von Hannover ist Käßmann Pastorin, zunächst ohne eine Gemeinde oder einen speziellen Auftrag. Auf dem Ökumenischen Kirchentag in München vom 12. bis 16. Mai will sie erstmals wieder öffentlich auftreten. Danach sind Predigten unter anderem in Hannover und Berlin geplant.
Die Studienzeit steht Käßmann wie allen Pastoren nach zehn Jahren im Amt zu. Nach ihrem Rücktritt hatte Käßmann zunächst Urlaub genommen. Anfang 2011 wird Käßmann als Pastorin wieder im Dienst der hannoversche Landeskirche arbeiten, in welcher Funktion genau, ist noch nicht bekannt.
An der Uni in den Südstaaten ist Käßmann keine Unbekannte: Im Jahr 2002 hielt die Theologin, damals noch Landesbischöfin der Evangelischen-Lutherischen Landeskirche Hannover, einen interreligiösen Gottesdienst in Atlanta. Damit beendete Käßmann eine Konferenz der Uni zu Leben und Werk Martin Luther Kings. Thema der Konferenz: Lynchjustiz in den USA.
cht/dpa
Käßmann geht in die USA
VON ULRIKE MILLHAHN – zuletzt aktualisiert: 24.04.2010 – 02:30
Die nach ihrer Alkoholfahrt zurückgetretene hannoversche Landesbischöfin wandelt auf den Spuren ihres Vorbildes Martin Luther King. Vier Monate doziert sie in Atlanta. Zuvor tritt sie beim Ökumenischen Kirchentag auf.
Elf Wochen nach ihrem Rücktritt wird Margot Käßmann am 13. Mai erstmals in der Öffentlichkeit auftreten. Beim Ökumenischen Kirchentag in München hält die ehemalige hannoversche Landesbischöfin am Morgen von Christi Himmelfahrt eine Bibelarbeit. Mit insgesamt elf Veranstaltungen ist der Terminkalender der populären Theologin beim großen Christentreffen vom 12. bis 16. Mai gut gefüllt. Nachdem die 51-Jährige am 24. Februar als Konsequenz aus einer Autofahrt mit 1,54 Promille Alkohol im Blut alle kirchlichen Leitungsämter niederlegte, ist sie nicht mehr öffentlich aufgetreten.
Im August macht sich Käßmann allerdings hierzulande schon wieder rar: Dann geht die ehemalige Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) für vier Monate nach Atlanta in den Süden der USA. Die im 19. Jahrhundert von Methodisten gegründete Emory-University hat sie für Gastvorträge eingeladen. In Atlanta wurde Käßmanns Vorbild, der Bürgerrechtler und Baptisten-Pastor Martin Luther King, geboren und auch beerdigt. Seine Ideen inspirierten die damals 16-Jährige bei einem einjährigen Schüleraustausch zum Theologiestudium.
Während ihres Aufenthaltes in Emory wird auch das geistliche Oberhaupt der Tibeter, der Dalai Lama, mehrere Tage das College besuchen. Wenn Käßmann im Dezember zurückkehrt, ist in Hannover bereits ihr Nachfolger oder ihre Nachfolgerin im Bischofsamt gewählt worden. Und die EKD-Synode, die im November ebenfalls in Hannover tagt, wird über den neuen Ratsvorsitzenden entschieden haben. Über Käßmanns weitere Pläne ist nichts bekannt. Sie selbst hatte in einem Interview mit der “Frankfurter Allgemeinen Zeitung” die lutherische Pfarrstelle in Paris als interessant bezeichnet.
Seit ihrem Rücktritt haben ihr mehr als 14 000 Menschen in Mails, Briefen und Karten gute Wünsche geschickt und ihren Respekt bekundet. Deshalb wird sie wohl wie schon bei zurückliegenden Kirchentagen auch jetzt in München mit vielen Besuchern rechnen dürfen. Der Kirchentag ist für Käßmann eine Art Heimspiel. Seit ihrer Jugend hat sie kein Christentreffen versäumt. Als Generalsekretärin hat sie die Kirchentage von 1994 bis zu ihrem Amtsantritt 1999 in Hannover mitverantwortet. In München wird sie bis auf die Auftritte als EKD-Ratsvorsitzende alle ursprünglich geplanten Termine wahrnehmen. So predigt sie am 13. Mai in einem Frauengottesdienst in der katholischen Frauenkirche. Im Olympiapark eröffnet sie zwei Tage später in einem Sportgottesdienst ein Fußballfest.
Käßmann, die ihre Wurzeln in der Ökumene der weltweiten Christenheit hat, über die sie auch promovierte, wirkt außerdem bei einem internationalen Abendgottesdienst mit. Auch auf diversen Podien ist die ehemals mächtigste deutsche Protestantin dabei, etwa bei dem Thema “Frauen und Macht”. Am letzten Abend wird Käßmann dann von einer Bühne am Marienplatz aus den Abendsegen erteilen.
Vor einem Jahr am Bremer Weserufer war dies für sie das schönste Kirchentagserlebnis: “Es ist sehr anrührend, wenn so viele Menschen ganz still werden, auf die Glocken hören, Kerzen entzünden und Segen empfangen”, sagte sie damals. Nach dem Kirchentag predigt die geschiedene Mutter von vier Töchtern im Rahmen von Gottesdiensten in Hannover und in Berlin. Außerdem wird die 51-Jährige in Lüneburg und Rotenburg bei Bremen aus ihrem Buch “In der Mitte des Lebens” lesen, das bereits seit Monaten auf der Bestseller-Liste steht.
Dem Herder-Verlag zufolge gibt es auch Anfragen aus Italien und aus Österreich für Leseabende. Die Auflage liegt inzwischen bei 217 000 Exemplaren. In dem Buch schreibt Margot Käßmann unter anderem, in der Lebensmitte lasse sich lernen, dem Verlorenen nicht nachzutrauern und das Misslungene anzunehmen: “Ich schaue gern zurück und ohne Angst nach vorn”, heißt es in dem Buch.
Internet Chronik des Falls Margot Käßmann und Reaktionen unter www.rp-online.de/panorama
Quelle: Rheinische Post
Tags: Auslandsaufenthalt, Bischöfin, EKD, Käßmann, Landesbischöfin, Margot Käßmann, USA
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