Der Herbst – ein Maler

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Herbst auf dem Friedhof Ohlsdorf in Hamburg

Jetzt ist es Herbst

Jetzt ist es Herbst,
Die Welt ward weit,
Die Berge öffnen ihre Arme
Und reichen dir Unendlichkeit.
Kein Wunsch, kein Wuchs ist mehr im Laub,
Die Bäume sehen in den Staub,
Sie lauschen auf den Schritt der Zeit.

Jetzt ist es Herbst,
das Herz ward weit.
Das Herz, das viel gewandert ist,
Das sich verjüngt mit Lust und List,
Das Herz muss gleich den Bäumen lauschen
Und Blicke mit dem Staube tauschen.
Es hat geküsst, ahnt seine Frist,
Das Laub fällt hin, das Herz vergisst.

Max Dauthendey
(1867 – 1918)

Eine kleine Lebensphilosphie

Eine kleine Lebensphilosphie

Suche keine Glücksgefühle, suche das wertvolle Leben. Dann wirst du dich manchmal glücklich fühlen und manchmal nicht.

Frage dich nicht: “Wie will ich mich fühlen?” Frage dich: “Wie will ich leben?”

Wenn du liebst, wenn du arbeitest, wenn du die Welt kennen lernst, wirst du Schmerz erleben. Und Angst. Und Traurigkeit. Liebst du nicht, arbeitest du nicht und verschließt du dich vor der Welt, weil du den Schmerz und die Angst und die Traurigkeit nicht spüren willst, wirst du leiden. Und dieses Leid wird ein stumpfes, lähmendes, erdrückendes Leid sein. Das Leid, zu leben ohne lebendig zu sein.

Dein Verstand ist wichtig. Du brauchst ihn. Aber er ist nicht immer dein Freund. Und vor allem: Er soll dir dienen, er ist dein Werkzeug – und nicht umgekehrt. Er neigt dazu, das zu vergessen. Vergiss du es nie.

Deine Gefühle sind wichtig. Du brauchst sie. Geh gut mit ihnen um. Aber denk daran: Sie sind Spuren deiner persönlichen Geschichte. Nicht mehr und nicht weniger.

Du bist ein Mensch, keine Maschine. Erwarte niemals, eine Maschine zu sein. Keine Angst zu haben, kein Herzklopfen, keine Zweifel, keinen Schmerz – das können Maschinen. Menschen nicht. Jedenfalls keine lebendigen.

Du musst nicht der Beste sein, nicht der Klügste, nicht der von sich am meisten Überzeugte. Du wirst dich viel kritisieren. Das ist gut so. Du brauchst deine Zweifel, auch die an dir selbst. Aber gehe gut mit dir um. Sei anteilnehmend, offen, tröstend und liebevoll, zu anderen und zu dir selbst. Lerne zu verzeihen. Dir selbst und anderen.

Schöpfe aus deinen Erfahrungen, mache dir das im Leben Gelernte zunutze. Nutze deine Vergangenheit, aber benutze sie nicht als Waffe gegen andere und auch nicht als Entschuldigung dafür, dass du nicht das Leben lebst, das du leben könntest.

Akzeptiere deine Vergangenheit. Sie ist nicht mehr zu ändern.

Akzeptiere, dass das Leben die Karten nicht gerecht verteilt. Du kannst dich über die Karten beklagen, die du bekommen hast. Du kannst sie hinwerfen. Oder du kannst sie annehmen und spielen. Du hast die Wahl.

Den Text von Psychologe Matthias Wengenroth hat Ragazzi im Epilepsieforum gepostet.

Lütt Anna Susanna

Lütt Anna Susanna

Anna Susanna, stah op un bööt Füür!
Och nee, mien leev Moder dat holt ist to düür.
Fide ra la la la, fide ra la la la,
Och nee, mien leev Moder dat holt ist to düür.

2. Schüür mi den Grapen und feeg mi dat Huus,
Hüüt Avend kaamt dree Jungesellen in’t Huus.
Fide ra la la la, fide ra la la la,
Hüüt Avend kaamt dree Jungesellen in’t Huus.

3. Wüllt se nich kamen, so wüllt wi jüm haaln,
Mit Peer und mit Wagen, mit Iesen beslaen.
Fide ra la la la, fide ra la la la,
Mit Peer und mit Wagen, mit Iesen beslaen.

4. Künnt se nich danzen, so wüllt wi’t jüm lehrn,
Wi wüllt jüm de Tüffeln in Botter ümkehrn.
Fide ra la la la, fide ra la la la,
Wi wüllt jüm de Tüffeln in Botter ümkehrn.

5. Künnt se nich küssen, denn mööt wi’t jüm lehrn,
Wi wüllt jüm dat Maulwark in Botter insmeern.
Fide ra la la la, fide ra la la la,
Wi wüllt jüm dat Maulwark in Botter insmeern.

Die Regenbogenbrücke

Die Regenbogenbrücke
Verfasser unbekannt

Es gibt einen Platz in der Ewigkeit, noch auf dieser Seite des Himmels, den man Regenbogenbrücke nennt. Wenn ein Tier stirbt, das eng mit jemandem zusammengelebt hat, begibt es sich zu dieser Regenbogenbrücke. Dort gibt es Wiesen und Hügel für all unsere Freunde, damit sie laufen und zusammen spielen können. Es gibt Futter und Wasser und Sonnenschein und unsere Tiere fühlen sich wohl und zufrieden. Alle Tiere, die alt waren sind dort wieder jung und alle die krank waren, sind wieder heil und stark, so wie wir uns an sie in unseren Träumen erinnern, wenn die Zeit vergeht. Die Tiere sind glücklich und haben alles, außer einer Kleinigkeit; Sie vermissen jemanden bestimmtes, jemanden, den sie zurückgelassen haben. Sie alle laufen und spielen, aber der Tag kommt, an dem eines sein Spiel plötzlich unterbricht und in die Ferne schaut. Die hellen Augen sind aufmerksam, der Körper ist unruhig. Plötzlich trennt es sich von seiner Gruppe, fliegt förmlich über das grüne Gras, seine Beine tragen es schneller und schneller. Noch bist du wie ein Punkt in der Unendlichkeit, doch wenn du und dein Freund sich dann endlich treffen, gibt es nur noch Wiedersehensfreude, die nicht enden will. Die glücklichen Küsse regnen über dein Gesicht, deine Hände streicheln wieder über den geliebten Kopf und du siehst einmal mehr in die treuen Augen deines Hundes, die du lange nicht mehr gesehen, die du aber niemals aus deinem Herzen gelassen hast. Nun seid ihr wieder zusammen und werdet nie wieder getrennt sein, denn nun geht ihr gemeinsam über die Regenbogenbrücke.

Wünschen wir nicht es wäre so?