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Es gibt die Begriffe "leptosom, pyknisch und athletisch"; welche Bedeutung haben sie für die Darstellung von Personen ???

 

 

 

 

Kümmern wir uns zunächst kurz um die drei Begriffe zum Körperbau, die wir alle mit in die Wiege gelegt bekommen:

- leptosom: diese Leute sind lang, dünn und haben einen geringen Muskelansatz. Mein Ex - Mann ist z. B. leptosom; zum Abendbrot hat er locker 8 Scheiben Brot gegessen, schafft ohne Probleme einen Marathonlauf, und nimmt kein Gramm zu - bewundernswert.

- pyknisch: solche Menschen sind kräftig und gedrungen, und neigen zum Fettansatz. Mein Papa ist z.B. so ein Typ; gerade jetzt im Alter ist das mehr als auffallend, eine dicke Bierbauchkugel, sehr krummer Rücken im Schulterbereich, und der schaut nur das Essen von jemand anderes an, und hat 2 kg zugenommen. Außerdem passen sehr dünne Beine, sowie die Unlust, sich lange zu bewegen dazu.

- atlethisch: das sind schließlich die Leute, bei denen sowohl der Körperbau, als auch das Essverhalten in Bezug auf die Pfunde völlig harmonisch sind. Also, sehr guter Muskelaufbau, sportlich und normales Essverhalten.

 

Und nun kommen wir endlich zum Rätsel: Was bedeuten diese Erklärungen nun für die Künstler, die vor der schwierigen Entscheidung sitzen, wie die dargestellten Personen auszusehen haben, man könnte es auch folgendermaßen anfangen:

Wenn es sonst nichts gibt, um sich zu streiten, hier hat man endlich etwas gefunden!

Michelangelo findet jedenfalls, daß die cumäische Sibylle so ausgesehen hat.

Wie soll man einen Menschen darstellen? Mit vielen Muskeln oder mit wenigen?

 

Ist Christus ein Bodybuilder gewesen oder ein Schlaffi? War Maria hübsch oder sah sie schrecklich aus? Sieht das Kind in der Krippe süß, anmutig, fett oder edel aus? Haben Frauen einen runden oder knackigen Po? Müssen alle Jünger Bärte tragen?

Vor allem aber: welcher Maler hat es richtig gemacht???

Also du merkst schon, daß sowohl Michelangelo als auch Leonardo mit Sicherheit triftige Gründe hatten, sich in die Haare zu kriegen, wenn es darum ging, wie all diese idealen Figuren auszusehen haben. Und es ging allen anderen Malern nicht anders.

 

Und damit du noch ein paar Sibyllen zur Auswahl hast, hier wären sie etwas graziöser:

sibyllen

Pietro Perugino, Sibyllen, 1500

Domenico Ghirlandaio, Sibylle, ca. 1485 ------- Domenichino, Sibylle, 1616-17

 

Im Zusammenhang mit diesem Rätsel werde ich kurz erläutern, was eine Sibylle überhaupt ist.

Sibylle (lateinisch Sibylla, "Prophetin"), Wort unbekannten Ursprungs.

Die Sibyllen waren im Altertum Seherinnen. Ihre Zahl schwankt je nach Quelle zwischen 10 und 12. Sie konnten sehr alt werden und waren sterblich. Sie weissagten in Ekstase. Im Gegensatz zu den typischen Orakelstätten redeten sie allerdings ungefragt.

Die griechische Mythologie kannte ursprünglich überhaupt nur eine Sibylle. Sie galt als Tochter des Gottes Zeus und der Lamia.

In der Literatur finden die erträische, die cumäische, die persiche, die libysche, die chaldäische, die delphische, die hellespontische und die phrygische Sibylle Erwähnung.

Eine von ihnen war nun diese cumäische Sibylle. Ihr werden die sibyllischen Bücher zugesprochen, die im kapitolischen Tempel aufbewahrt wurden und 83 v. Chr. verbrannt sein sollen. Es wird behauptet, daß diese Bücher eine Bearbeitung jüdischer Orakelsprüche in griechischen Hexametern waren.

Für das Christentum sind sie deshalb von Interesse, weil es mehrere Aussagen zur Menschwerdung Christi von ihnen gab. Die Sibylle von Tibur soll am Tag von Christi Geburt Kaiser Augustus in einer Vision sowohl Maria als auch das Christuskind gezeigt haben. Die Darstellung der Sibylle mit Augustus galt im Mittelalter als Sinnbild der unbefleckten Empfängnis.

 

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