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Was ist die Strafe Gottes ???

 

 

 

 

Neben all den schönen, reizvollen und mitunter auch spannungsgeladenen Motiven, die die Künstler für ihre Gemälde wählten, gab es einen Themenbereich, der nahezu ausgeklammert wurde, weil er die Menschen sehr stark in Angst versetzte.

Das war die Pest.

Heute mag es völlig unverständlich erscheinen, wenn dir jemand erzählt, die Hälfte aller Bürger einer Stadt würden sterben. Nach dem 11. September 2001 sind wir zwar in der Lage, Angst zu entwickeln, wenn von Terror oder biologischen Waffen gesprochen wird, allerdings reicht unsere Vorstellungskraft bei weitem nicht aus, sich etwas derart schreckliches vor Augen zu führen. Und auch wenn wir heute relativ gut über Infektionskrankheiten und deren Erreger informiert sind, möchten wir nicht einmal im Traum daran denken, was solch eine Epidemie in einer Großstadt wie Berlin anrichten könnte.

 

 

Über einen Zeitraum von mehr als 2500 Jahren wurde die Menschheit immer wieder epidemieartig von der Pest heimgesucht. Sie war seit 224 v. Chr. in China und im antiken Griechenland bekannt. Vom 6. bis zum 8. Jahrhundert wurde Europa von den ersten Epidemien großen Ausmaßes (Pandemien) wellenartig überrollt. Allein in der Zeit von 1346 bis 1352 ließen 25 Millionen Menschen durch den Schwarzen Tod ihr Leben. Das war etwa ein Drittel der Menschen, die in der damals bekannten Welt lebten.

Heute können wir uns das überhaupt nicht mehr vorstellen: Ganze Landstriche waren entvölkert, Herrenlose Geisterschiffe (Fliegende Holländer) trieben über die Meere.

Auf Zypern und auf Grönland gab es keinen Menschen mehr, neun von zehn Bürgern starben in Lübeck, Paris hatte nur noch die Hälfte der Einwohner, Papst Clemens VI. erteilte Generalabsolution für die, die keine Beichte mehr ablegen konnten, Massengräber wurden ausgehoben.

Der Aderlaß wurde ersonnen um die Menschen von ihrem unreinen Blut zu befreien. Man glaubte, daß so etwas in den ersten 6 Tagen bei abnehmenden Mond helfen könnte.

Die Menschen des Mittelalters glaubten wirklich, die Pest sei die Strafe Gottes.

 

Dutzende von Malen kehrte die Pestilenz immer wieder nach Europa zurück. Über 300 Jahre wütete der Schnitter, wie der Schwarze Tod in den Versen eines unbekannten Dichters aus dem Jahr 1633 heißt:

 

Der Schnitter

 

Der Schnitter, der heißt Tod

und hat Gewalt vom großen Gott

Heut wetzt er das Messer,

Es schneid't schon viel besser,

Bald wird er dreinschneiden,

Wir müssens nur leiden.

Hüt Dich, schön's Blümelein.

 

 

Der Doctor Schnabel von Rom

"Kleidung wider den Tod zu Rom. Anno 1656. Also gehen die Doctores medici daher zu Rom, wann sie die an der Pest erkrankte Personen besuchen, sie zu curiren und tragen, sich vor dem Gift zu sichern, ein langes Kleid von gewäxtem Tuch. Ihr Angesicht ist verlarvt, für den Augen haben sie grosse crystalline Brillen, vor den Nasen einen langen Schnabel voll wohlriechender Specerey, in der Hände, welche mit Handschuhen wohl versehen ist, eine lange Ruthe und damit deuten sie, was man thun und gebrauchen soll."

 

 

Heutzutage ist es wesentlich einfacher, denn wir wissen womit wir es zu tun haben. Das Robert Koch Institut schreibt dazu folgendes:

Erreger:

Der Erreger der Pest ist "Yersinia pestis" ein unbegeißeltes, stäbchenförmiges, gramnegatives (also sich nicht in der Gramfärbung anfärbendes) Bakterium.

Es wurde 1894 von A.E. Yersin und S. Kitasato entdeckt und nach dem ersteren benannt.

Yersinia Pestis ist sehr infektiös: Etwa 100 bis 500 eingeatmete Bakterien reichen aus, um eine Lungenpest zu verursachen.

Inkubationszeit: Die Inkubationszeit beträgt bei der Lungenpest 1-2 Tage, bei der Beulenpest von 2 bis zu 6 Tagen.

Die Beulenpest: ist nach 2-4 Tagen an Fieber, Schüttelfrost, Kopf- und Gliederschmerzen zu erkennen. Nach weiteren 1-2 Tagen zeigt sich eine Drüsenerkrankung des Lymphsytems in den Leisten, Achseln oder am Hals. Es bilden sich eitrige blutige Beulen oder Flecken. Daher der Name Beulenpest.

Durch Befall der inneren Organe (Lunge) und Ausbreitung über das Blut kann die Beulenpest rasch zum Tode führen.

Die Lungenpest: ist an Husten schwarz - blutigen Auswurf und an Atemnot zu erkennen. Die Haut verfärbt sich wegen mangelnder Sauerstoffversorgung düsterblau. Daher kommt die Bezeichnung "Schwarzer Tod".

Zur Bekämpfung der Pest müssen zunächst die Ratten durch entwässerungsbauliche oder chemische Maßnahmen vertilgt werden.

Die Seeschiffahrt unterliegt daher einer dauernder Kontrolle auf Grund internationaler Abkommen. Früher schützten sich die Ärzte durch eine Schutzkleidung um sich bei der Behandlung von Pest schützen zu können.

Empfehlungen für Reisen in Pestgebiete:

"Flohkontakte" vermeiden. Beulenpest wird durch Flohbisse übertragen.

Haustiere sollten "flohfrei" sein und möglichst keinen Kontakt zu anderen "Flohträgern" haben.

Vermeidung der Lungenpest: Fernhalten von Erkrankten und größeren Menschenansammlungen da die Lungenpest durch Tröpfcheninfektion, also wie ein Schnupfen durch Niesen oder Husten übertragen werden kann

Abtibiotika-Prophylaxe: Wer in engeren Kontakt mit Kranken kommt (z.B. bei der Pflege), kann vorbeugend beispielsweise Tetrazykline einnehmen.

Impfung: nur für besonders gefährdete Personen. Eignet sich nicht für Massenimpfungen. Es wird zweimal im Abstand von acht bis zwölf Tagen mit einem Totvakzin geimpft. Der Impfschutz ist nicht absolut, er hält etwa sechs Monate an. Nebenwirkungen sind häufig.

Inkubationszeit: Bei Beulenpest zwei bis zwölf Tage; bei Lungenpest ein bis zwei Tage.

1994 fielen einer neuerlichen Pestepidemie im Westen Indiens insgesamt 58 Menschen zum Opfer; und 1997 wurde über den ersten Fall von resistenter Beulenpest berichtet, die auf Madagaskar aufgetreten war.

Nach Angaben der Weltgesundheitsbehörde (WHO) aus dem Jahr 1998 infizieren sich jährlich etwa noch 2.000 Menschen neu.

Bedeutung als Biologische Waffe

Schon im 14. Jahrhundert wurde die Pest als "Biowaffe" eingesetzt. Nach jahrelanger Belagerung der Stadt Kaffa am Schwarzen Meer kamen die belagernden Tartaren auf die grausame Idee, Pestleichen mit Hilfe von Katapulten in die Stadt zu befördern. Die sich in der Stadt ausbreitende Epidemie beendete die Belagerung, weil die Einwohner aus der Stadt flohen. Die Flüchtlinge waren möglicherweise der Auslöser der großen Pest Pandemie von 1346, die ein Drittel der Einwohner Europas tötete.

Im 2. Weltkrieg haben die Japaner mit Pestbakterien infizierte Flöhe über chinesischen Städten abgeworfen und so mehrere Pestepidemien in der chinesischen Bevölkerung ausgelöst. Seriöse Schätzungen gehen von bis zu 270.000 Toten aus.

Auch in der ehemaligen Sowjetunion wurde an der Entwicklung von Pesterregern als Biowaffe intensiv geforscht. Als besonders gefährlich wird die Möglichkeit angesehen, spezielle gegen Antibiotika resistente Bakterien freizusetzen.

Heutzutage würde ein terroristischer Angreifer sicherlich versuchen, die Lungenpest zu verbreiten, weil diese am schnellsten von Mensch zu Mensch übertragen werden kann und sehr schnell tötet. Um den Erreger so fein zu pulverisieren, dass er eingeatmet werden kann, braucht man allerdings die Ausstattung eines Speziallabors.

Der Erreger ist auch lange nicht so stabil wie beispielsweise der Milzbranderreger. An der Luft können die Bakterien glücklicherweise nur wenige Stunden überleben. Infizierte Selbstmordattentäter könnten erheblichen Schaden anrichten und vor allem zu Panikreaktionen der Bevölkerung führen.

Die extremen Reaktionen auf die vermeintlichen Milzbranderreger, die kurz nach dem 11. September 2001 mit der Post versandt wurden, sind da ein einprägsames Beispiel.

Meldepflicht:

Nach dem Infektionsschutzgesetz sind der Krankheitsverdacht, die Erkrankung, der Tod, sowie der direkte oder indirekte Nachweis des Erregers, soweit Nachweise, die auf eine akute Infektion hinweisen, namentlich zu melden.

 

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