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leonardo

November 1996 - Leonardo Da Vinci - Wissenschaftler - Erfinder - Künstler
1. November 1996 bis 2. Februar 1997
Historisches Museum Schottenstift
Wien 1, Eingang Freyung 6

I. Vorbereitung zur Kunst

II. Leonardos Studien zur Anatomie

III. Leonardo da Vinci der Künstler

IV. Leonardos Schriften

V. Wasser, Brücken und Kanäle

VI. Mathematik, Geometrie und Technik

VII. Leonardo da Vinci und der Traum vom Fliegen

VIII. Leonardo da Vinci - Festungsbaumeister und Architekt

IX. Die Wehrtechnik - Leonardo der Militäringenieur

X. Das Zeitalter der Renaissance

XI. Studien zur Zeitmessung

XII. Studien zur Botanik

 

I. Vorbereitung zur Kunst

Leonardo da Vinci war während seines ganzen Lebens ein unermüdlicher Zeichner. Seine Skizzen und Studien bilden einen wesentlichen Teil seines Gesamtwerkes. Die große Anzahl von Zeichnungen, die sich von ihm wie von keinem anderen Maler der Renaissance erhalten haben, gibt Aufschluß über die künstlerische Entwicklung Leonardos.

Die Zeichnungen dienen oft als Beweis für die Authentizität von Leonardos Werken. Als Beispiel kann hier die Benois-Madonna genannt werden. Es handelt sich um das späteste der vier in den siebziger Jahren gemalten Bilder, das durch Zeichnungen und Skizzen, die eindeutig von Leonardo angefertigt wurden, identifiziert werden konnte.

Auch die Zeichnungen, die der Künstler für ein Bild der Jungfrau mit Kind, welches verloren ist, anfertigte, zählen heute zu seinen berühmtesten Studien. Sie zeigen die Jungfrau mit dem Kind, das mit einer Katze spielt.

Berühmt sind Leonardos Zeichnungen zu seinem ehrgeizigsten Projekt: das große Bronzepferd, Il Cavallo, das er für den Herzog von Mailand errichten sollte. Der Auftrag zu dieser kolossalen Reiterstatue stammte von Lodovico il Moro, der es zu Ehren seines Vaters Francesco Sforza anfertigen lassen wollte. Das Denkmal sollte die größte jemals aufgestellte Skulptur werden. Das Pferd allein, das nach Leonardos Skizzen mehr als 7 Meter hoch sein sollte, erforderte die Entwicklung einer völlig neuen Gußmethode.

Interessant und auffällig sind Leonardos Studien zu Gesichtsausdruck und Körperhaltung der Menschen und sein Bemühen, in diesen seelische Regungen darzustellen. Eindringlich beobachtete er alte, verwahrloste oder verkrüppelte Gestalten und fertigte Studien zu grotesken Physiognomien an.


II. Leonardos Studien zur Anatomie

Leonardo da Vinci, der sich ab 1472 mit anatomischen Studien befaßte, war der erste Künstler, der den menschlichen Körper seziert hat. Durch seine Forschungsergebnisse ließ er ein neues und wirklichkeitsnahes Bild vom Menschen entstehen. Seine Studien wurden beeinflußt durch die Untersuchungen des Mediziners Marcantonio della Torre, der an der Universität von Pisa lehrte.

Einschränkende Gesetze und das Verbot der Autopsie durch die Kirche, führten dazu, daß den Forschern im 15. Jahrhundert nur eine begrenzte Anzahl von Leichen zur Verfügung gestellt wurde. Der noch stark vorherrschende Aberglaube ließ auch die Studenten selbst vor der Untersuchung von Leichen zurückschrecken.

Leonardo jedoch ließ sich nicht davon abhalten, die Leichen zu zergliedern, ihre Knochen und Schädel zu zersägen, sie zu häuten, um das Nerven- und Muskelsystem zu studieren. Bis 1515 soll er die Anatomie von mehr als 30 Männer- und Frauenleichen untersucht haben.

Seine anatomischen Studien dienten der Erforschung der Bauweise und der Mechanik des menschlichen Körpers, der Entwicklung einzelner Organe sowie des gesamten Körpers vom Fötus bis zum Erwachsenen. Sein Hauptinteresse galt der Funktion der Organe und Muskeln, dem Herz und dem Blutkreislauf, den Lungen und der Atmung.

Das Ergebnis seiner Untersuchungen ist eine anatomische Darstellung des menschlichen Körpers von hervorragender plastischer Eindringlichkeit und wissenschaftlicher Exaktheit.

III. Leonardo da Vinci der Künstler

Das künstlerische Schaffen Leonardo da Vincis markiert eine entscheidende Wende zwischen dem Mittelalter und der Neuzeit. Kunst bezeichnete er als einen Teil der Wissenschaft, Malerei bedeutete für ihn Wahrnehmung einerseits und Darstellung andererseits. Von jenen Gemälden, die mit Sicherheit als Werke Leonardos identifiziert wurden, sind nur vier Werke niemals in ihrer Authentizität hinterfragt worden. Dazu zählen der Heilige Hieronymus, die Anbetung der Könige, das Fresko Das letzte Abendmahl in Santa Maria delle Grazie in Mailand und die Mona Lisa.

Die Zuordnung einzelner Werke wird erschwert durch die Arbeitsteilung, die in der Werkstatt der Künstler vorherrschte. Die Künstler des 15. Jahrhunderts wirkten weniger als schöpferische Individuen, sondern fertigten Auftragswerke an. Maler, Bildhauer und Steinmetze waren in Zünften organisiert. Gearbeitet wurde in der Werkstatt ("bottega"), wo junge Lehrlinge unter der Aufsicht des Meisters gleichzeitig verschiedene Aufgaben verichteten. Oft wurden die Werke der Meister von ihren Schülern vollendet; selten wurden die Werkstücke signiert.

Leonardo da Vinci ging bei Andrea del Verrocchio, der Goldschmied, Maler, Dekorateur und Bildhauer war, in die Lehre. Auch er assistierte seinem Meister bei der Ausführung verschiedener Werke, so zum Beispiel bei der Taufe Christi. 1490 gründete Leonardo seine eigene Werkstatt, wo ebenfalls nach den Prinzipien der "bottega" gearbeitet wurde.

Das Werk Leonardos hat die Entwicklung der Kunst maßgeblich beeinflußt. Entscheidend sind seine Studien zur Variation von Hell und Dunkel und zur Atmosphäre in den Bildern. Durch sein besonderes Geschick, über Bildgründe hinweg Handlungsbezüge zu setzen, gelangte er zu einer vollkommen neuen Rhythmisierung des Bildraumes. Einzigartig ist Leonardos Darstellung des Menschen. Die Harmonie seiner Proportionen war das Ergebnis jahrelanger Studien des menschlichen Körpers.

Leonardo da Vinci beeinflußte die Kunst seiner Zeit sowohl konzeptionell als auch stilistisch. Seine charakteristische Art des atmosphärischen Gestaltens prägte die Künstler, die zur Leonardo-Schule oder zu seinem künstlerischen Umkreis zählten.


IV. Leonardos Schriften

Leonardos Notizbücher und Manuskripte sind Ausdruck seiner Tätigkeit als Wissenschaftler und Forscher. Seine Leidenschaft Dinge zu enträtseln, war begleitet von der Leidenschaft, sie niederzuschreiben. Er vermachte seinem Schüler Francesco Melzi die Sammlung seiner Schriften und Notizen, die zum Teil bis heute erhalten ist.

Der "Codex Atlanticus" ist die bedeutendste Sammlung von Leonardos Notizen und Zeichnungen. Der Band enthält etwa 4.000 Blätter mit Überlegungen Leonardos zu den unterschiedlichsten Themen. In Frankreich werden Manuskripte des Künstlers aufbewahrt, die auf ihren Einbänden mit den Buchstaben A - K gekennzeichnet sind. Weitere Handschriften befinden sich in der Sammlung des Earl of Leicester und in der Trivulzio - Sammlung. Im "Buch von der Malerei" sind Leonardos Überlegungen zur Malerei zusammengefaßt.

Seine Aufzeichnungen zeugen von seiner Wißbegier und seinem Forschungsdrang. Er befaßte sich eingehend mit der Konstruktion bestimmter Maschinen, und, von Archimedes beeinflußt, mit den Grundprinzipien der Dynamik. Geprägt von Lerneifer und dem Wunsch nach Verständnis begann Leonardo ab 1494 Latein zu lernen, um die Mängel seiner bescheidenen schulischen Ausbildung zu beheben und Zugang zu den Schriften der Antike zu haben.

Wie viele Künstler seiner Zeit befaßte auch er sich mit dem berühmten Architekturtraktat "De architectura" des römischen Architekten Vitruvius (1. Jahrhundert vor Christus). Als eifriger Bewunderer der Schriften des Aristoteles träumte Leonardo davon, all seine Erfindungen und Erkenntnisse auf dem Gebiet der Technik - vom Bau neuartiger Kriegsgeräte über die Hydraulik bis zum Entwurf von Flugmaschinen - sowie aus den Gebieten von Geologie, Optik und Anatomie in einer Enzyklopädie zusammenzufassen.


V. Wasser, Brücken und Kanäle

Leonardos Studien zur Hydraulik beinhalten Forschungen zur Hydrostatik und Hydrodynamik ebenso wie Berechnungen zu wasserbaulichen Anlagen. Grandios sind seine Überlegungen zu einer Umgestaltung des Arnotals zum finanziellen Vorteil von Florenz. Der "Codex Atlanticus" enthält seine ersten Studien und Pläne zu einer Regulierung und Umleitung des Arno.

Unmittelbar hinter Florenz sollte der Fluß in die Ebenen von Prato und Pistoia abgeleitet werden und die Wildbäche des Apennin auf Kanalbrücken überqueren. Durch diese Umleitung hätte der Fluß Ebenen bewässert, die bis heute trocken sind. Aufgrund der politischen Spannungen zwischen Florenz und Pisa plante Leonardo, den Fluß so umzuleiten, daß er nicht im Hafen von Pisa münden sollte.

Im Rahmen seiner wissenschaftlichen und technischen Forschung hatte sich Leonardo stets mit Wasser, dem Wegmeister der Natur", befaßt. Die flüssige Materie, Element des Lebens einerseits, gewaltig und zerstörerisch andererseits, sollte gebändigt werden, um Menschen, Tieren und Pflanzen nützlich zu sein. Aus diesem Grund befaßte sich Leonardo intensiv mit der Regulierung von Wasserläufen, mit Grabungsarbeiten für Kanäle und der Trockenlegung von Sümpfen. Außerdem entstanden zahlreiche Darstellungen von Überschwemmungen und mörderischen Sintfluten, die apokalyptische Züge tragen.

Inspiriert durch die Brücke von Castel del Rio, kam Leonardo die Idee der gewaltigen Brücke von Pera nach Konstantinopel. Mit einer Spannweite von 240 Metern sollte die Brücke über das Goldene Horn Europa mit Asien verbinden.


VI. Mathematik, Geometrie und Technik

Leonardos künstlerische und wissenschaftliche Studien führten zu zahlreichen Erfindungen und Visionen. Er strebte danach Maschinen zu entwerfen, die die zahlreichen Aufgaben, die in seiner Umgebung zu bewältigen waren, erleichtern sollten. Unter Erhaltung von Gleichförmigkeit und Präzision sollte die Arbeit schneller und leichter durchführbar sein.

Leonardos Zeichnungen und Skizzen geben Aufschluß über den Stand der mechanischen Künste am Ende des 15. Jahrhunderts. Durch Experimente mit den Grundelementen der Maschinen versuchte er allgemeingültige Gesetze zu entdecken und zahlenmäßige Werte zu bestimmen.

Hatte er die Lösung eines technischen Problems gefunden, skizzierte er die Teile und den Zusammenhang im ganzen, machte Aufzeichnungen über den Arbeitsvorgang, beschäftigte sich mit tiefergehenden Fragen zum jeweiligen Problem, um sich dann anderen Aufgaben zu widmen. Dennoch gab er sich nie ganz mit den Ergebnissen zufrieden, oftmals kehrte er später zu einer ähnlichen Erfindung zurück, um die gleiche Aufgabe unter Anwendung anderer Bestandteile durchzuführen.

In seinen Studien nahm die Geometrie einen wichtigen Stellenwert ein. Leonardos Interesse für Fragen auf diesem Gebiet wurde durch die Freundschaft mit Luca Pacioli, einem führenden Mathematiker des 15. Jahrhunderts verstärkt. Pacioli, ein Franziskanermönch, war 1496 nach Mailand gekommen und in den Dienst von Lodovico il Moro getreten. Leonardos Studium der Schriften Euklids zur Geometrie geht wahrscheinlich auf den Einfluß Paciolis zurück.

Um 1497 arbeiteten Leonardo da Vinci und Luca Pacioli gemeinsam an der "Divina Proportione".


VII. Leonardo da Vinci und der Traum vom Fliegen

Leonardo da Vinci war wie kein anderer befähigt, die gegensätzlichen Welten von Kunst und Wissenschaft zu begreifen. Durch seine zahlreichen Studien und Forschungen gelangte er auf den unterschiedlichsten Gebieten zu neuen Erkenntnissen: von Radschiffen bis hin zu Flugmaschinen.

Seine Untersuchungen der Flugmöglichkeiten waren geprägt von der Vorstellung, die Muskelkraft des Menschen reiche aus, die Vögel nachzuahmen. Aus diesem Grund unternahm Leonardo zahlreiche Versuche mit einer nicht zu realisierenden Idee: ein Schwingenflugzeug mit beweglichen Flügeln. Erst später entwarf er Konstruktionen mit starren Flügeln.

Unter den zahlreichen Erfindungen Leonardos befindet sich ein Flugapparat, der mit einem ausgefallenen Steuerungsmechanismus ausgestattet ist (dem ersten in der Geschichte der Luftfahrt), und zwar in Form eines Kopfgestells, durch das ein kombiniertes kreuzförmiges Höhen- und Seitenruder bewegt wird.

Auch die Erfindung des Hubschraubers geht auf Leonardo da Vinci zurück. Von ihm stammt der erste Entwurf eines Fluggerätes, das sich mit Hilfe einer Luftschraube senkrecht in die Luft erheben sollte. Die Flugmaschine trug das Antriebssystem an Bord und verfügte über eine spiralförmige Luftschraube.

Im Zusammenhang mit Leonardos Erfindungen von Flugmaschinen steht auch sein Entwurf für einen Fallschirm, der die Form einer Pyramide hat.

Leonardo skizzierte ebenso ein Flugmodell, das als Vorläufer des modernen Flugdrachens gelten kann. Diese Studien Leonardos sind der Beginn des gesteuerten Gleitfluges.


VIII. Leonardo da Vinci - Festungsbaumeister und Architekt

Die politischen Konflikte des 15. und 16. Jahrhunderts zwischen Frankreich, Neapel, Mailand, Venedig und dem Kirchenstaat, die immer wieder zu Kriegen und militärischen Auseinandersetzungen führten, steigerten den Bedarf an Wehrbau- und Militäringenieuren.

Die Architekten des 15. Jahrhunderts waren zugleich erfahrene Festungsbauer. Auch Leonardo da Vinci, der sich intensiv mit architektonischen Fragen befaßte, zeigte Interesse an der Festungsbaukunst. Zwischen 1490 und 1505 diente er nicht weniger als fünf verschiedenen Herren, unter ihnen Lodovico Sforza und Cesare Borgia, als Militärarchitekt und Ingenieur. Im Alter von 30 Jahren verfaßte Leonardo einen Brief an Lodovico il Moro, in welchem er ihm seine Dienste anbot. 30 seiner, dem Herzog zur Verfügung gestellten Fertigkeiten waren technischer Natur, sechs gehörten zum Bereich der Kunst.

Als Architekt lieferte Leonardo ebenso Konzepte zur Stadtplanung. Berühmt sind seine städtebaulichen Vorschläge für Mailand.

Nachdem die Pest von 1484-1485 ein Drittel der Einwohner Mailands dahingerafft hatte, lieferte Leonardo Vorschläge für eine urbanistische Neustrukturierung der Stadt. Sein Entwurf einer Idealstadt, die Stadt auf zwei Ebenen, berücksichtigte hygienische Verbesserungen und städtebauliche Veränderungen.

Im Jahr 1517 plante Leonardo für König Franz I. die neue französische Hauptstadt Romorantin, die allerdings nie realisiert wurde.


IX. Die Wehrtechnik - Leonardo der Militäringenieur

Die ungesicherten Verhältnisse Norditaliens am Ende des 15. Jahrhunderts und die ständigen Kriege und Kampfhandlungen erforderten Militäringenieure, die ein spezielles Fachwissen aufwiesen. Die technischen Mittel der Kriegsführung, die Verteidigungssysteme und Angriffsmittel mußten von Militärarchitekten- und ingenieuren ständig verbessert und weiterentwickelt werden.

Leonardo da Vinci diente mehreren Herren als militärischer Berater und entfaltete dabei sein Interesse an Entwürfen und Technik militärischer Konstruktionen und Waffen; der Kriegstaktik widmete er sich allerdings kaum. Obwohl sich Leonardo mit der Waffentechnik befaßte, und eine Vielfalt von Skizzen und Zeichnungen über militärische Gegenstände hinterließ, haßte er den Krieg und bezeichnete ihn als bestialischen Wahnsinn".

Leonardos Entwürfe für Waffen gliedern sich in drei Kategorien: Wurfmaschinen (Schleudern), Kanonen und Hakenbüchsen (Flinten). Er studierte zeitgenössische technische Texte zu Fragen des Militärwesens und verbesserte dadurch seine mechanischen und militärischen Kenntnisse. Die Werke von Archimedes, Plinius und vor allem von Vitruvius erweiterten sein Wissen über die Methoden und die Technologie der römischen Kriegsführung.

Zu den berühmtesten Zeichnungen Leonardos zählt sein Entwurf für eine große Wurfmaschine, eine Waffe, die mit fortschrittlichen Zügen der Konstruktion so kunstvoll dargestellt ist, daß sie als klassische technisch-graphische Darstellung des Ingenieurwesens gilt.


X. Das Zeitalter der Renaissance

Der Renaissancehumanismus war eine Bewegung, die sowohl die Kunst als auch die Welt der Gelehrten beeinflußte, stets mit dem Bemühen, die Leistungen des klassischen Altertums wiederherzustellen und neu zu beleben. In Italien wird der Beginn der Renaissance im 14. Jahrhundert angesiedelt. Der Dichter und Humanist Petrarca ahnte bereits im frühen 14. Jahrhundert, daß eine neue Epoche anbrechen könnte, da die Menschen die Dunkelheit durchbrachen, um zum reinen ursprünglichen Strahlen" der Antike zurückzukehren. Marsilio Ficino, einer der größten Humanisten des 15. Jahrhunderts, würdigte Florenz als eine Stadt, die die freien Künste, zu welchen die Grammatik, Dichtkunst, Rhetorik, Malerei, Bildhauerei, Architektur und Musik zählten, wieder zum Leben erweckte".

Auch die Naturwissenschaft und die Technik erfuhren zu jener Zeit fortschrittliche Erneuerungen und Veränderungen. Die Umwälzungen in der Wirtschaft und in der Wissenschaft führten zu einem neuen Weltbild. Ebensowenig blieb die Kirche von diesen Veränderungen verschont - ihre Autorität wurde durch die Reformation endgültig in Frage gestellt.

Im Gegensatz zum Mittelalter, das noch vom Glauben beherrscht war, daß die Güte des Menschen von der Gnade Gottes abhing, waren die Humanisten überzeugt, daß der Mensch in sich die Kraft zur Verbesserung trüge, eine Gabe die bei entsprechender Erziehung und Ausbildung freigesetzt werden könne.

Eine wesentliche Leistung der Humanisten bestand in der sorgfältigen Edition lateinischer und griechischer Werke. Der Vergleich der Texte, der durch die fortschreitende Entwicklung der Drucktechnik erleichtert wurde, führte zu neuen Normen für die historische Forschung und literarische Kritik. Gutenbergs Erfindung des Buchdrucks zählt zu den bedeutendsten Neuerungen der Renaissance. Jedem einzelnen wurde nun der Zugang zu Literatur, Kunst, Philosophie und Wissenschaft ermöglicht, und noch im 15. Jahrhundert wurde Italien neben Deutschland ein führendes Land des Buchdrucks. In diesem Klima wirkte Leonardo da Vinci als Künstler und Wissenschaftler, Erfinder und Technologe. Auch er beschäftigte sich mit der Druckerpresse und lieferte Vorschläge zur Verbesserung des Druckverfahrens.


XI. Studien zur Zeitmessung

Leonardo da Vinci befaßte sich eingehend mit Fragen der Zeitmessung und der Konstruktion von Uhren. Er kannte die bedeutenden Uhren seiner Zeit, zu welchen jene von Brunelleschi und Alberti gehörten. Die astronomische Uhr des Lorenzo della Volpaia war ihm ebenso bekannt wie die astrologische Uhr der Dondi, das mechanische Wunder der damaligen Zeit.

Leonardo entwarf Skizzen von Sanduhren, Wasseruhren und mechanischen Uhren. Die größte Faszination übten jedoch die mechanischen Räderuhren auf ihn aus. Sie boten zum ersten Mal die Möglichkeit einer exakten Zeitmessung. Die Zeichnungen Leonardos stellen die Uhren in all ihren Einzelheiten dar - Antriebssysteme, Zeiger und Ziffernblatt, Gewichte, Zahnräder und Läutwerk. Er zerlegte sie in ihre einzelnen Bestandteile und untersuchte genau die Statik der Struktur und die Dynamik der Bewegung.

Sogar auf einem Studienblatt zu einem Flugapparat hatte Leonardo die Funktionsweise einer Uhr übernommen. Durch die Verwirklichung im Modell wird deutlich, daß es sich bei seinem Entwurf eines Antriebssystems für einen Flugapparat tatsächlich um den Mechanismus einer Uhr handelt.

Durch seine intensiven Studien und Forschungen gelangte Leonardo zu grundlegenden Erkenntnissen zur Zeitmessung.


XII. Studien zur Botanik

Durch seine auf Beobachtung der Natur beruhenden Studien, wurde Leonardo zum Wegbereiter der modernen Botanik. Seine Skizzen enthalten präzise Beobachtungen über den Pflanzenaufbau und das Wachstum, über die Blattstellung, über das Keimen und über die Säfte der Blumen und Bäume.

Die Naturstudien dienten zugleich künstlerischen Zwecken: Leonardo untersuchte die Licht- und Schattenwirkung auf Blättern und die Färbung der Bäume. Seine Aufzeichnungen gleichen einem Handbuch für die Praxis des Landschaftsmalers. Die Naturstudien sind geprägt vom Bestreben des Wissenschaftlers nach genauer Erfassung eines Gegenstandes einerseits und der uneingeschränkten Bewunderung des Künstlers für die Schönheiten der Natur andererseits.

Die Blumenstudien aus den Jahren 1503-1506 zählen technisch zu den besten Zeichnungen Leonardos. Die meisten sind in roter Kreide auf präpariertem Papier gezeichnet und sind ein Beispiel für seine präzise Arbeitsweise. In anderen Zeichnungen fügte der Künstler Federstriche hinzu, um die Genauigkeit zu steigern.

Leonardos Naturstudien sind Ausdruck seiner Liebe zu den Pflanzen und zur Natur.

Alle Rechte an den Texten hat wahrscheinlich das Historische Museum Schottenstift in Wien. Für jegliche Veröffentlichungen waren die Texte als Pressedokumentation kostenlos im Internet verfügbar.

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