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Vorwort - Loccum - Einkehr Stille Gebet - Wer bin ich - Der Tag - Das Jahr - Ich und die anderen - Ich und die Welt - Mein Glaube - Unser Leid unsere Hoffnung - Quellenangaben

Ich und die anderen

Ein neues Gebot

gebe ich euch,

daß ihr euch

untereinander liebt,

wie ich euch

geliebt habe.

Johannes 13,34

 

 

Zwei Menschen

Wir reden. Wir reden dauernd aneinander vorbei. Wir reden. Wir reden uns immer weiter auseinander. Vielleicht schweigen wir uns wieder zusammen.

Lothar Zenetti

 

 

 

Sola gratia

einen engel wünsche ich allen die ohne grund lächeln: aus gottes grazie allein

Kurt Marti

 

 

 

Den eigenen Weg gehen

Gemeinsam gehen, Lange Zeit. Sich trennen können, bevor der Haß die Seele zerstört. Die Entwicklung des anderen achten, ihn nicht zum Sklaven machen. Dem andern seine Talente glauben. Ihn nicht zum Ja-Sager erziehen. Dem andern Lebensraum geben. Niemanden zum Mitgehen zwingen, Nachgeben können, ohne verbittert zu sein. Großzügig denken. Glauben können! Es ist ja genug da von allem und jedem,

Martin Gutl

 

 

 

Die Nähe eines Menschen

wußten sie schon daß die stimme eines menschen einen anderen menschen wieder aufhorchen läßt der für alles taub war wußten sie schon daß das anhören eines menschen wunder wirkt daß das wort oder das tun eines menschen wieder sehend machen kann einen der für alles blind war der nichts mehr sah der keinen sinn mehr sah in dieser welt und in seinem leben wußten sie schon daß das zeithaben für einen menschen mehr ist als geld mehr als medikamente unter umständen mehr als eine geniale operation wußten sie schon daß die nähe eines menschen gesund machen krank machen tot und lebendig machen kann wußten sie schon daß die nähe eines menschen gut machen böse machen traurig und froh machen kann wußten sie schon daß das wegbleiben eines menschen sterben lassen kann daß das kommen eines menschen wieder leben läßt

als jesus den tauben heilte da ist er mit dem finger in dessen ohren gegangen er blieb nicht auf distanz jesus ist ganz dicht an den tauben herangetreten und hat gesagt: komm laß mich mal an deine ohren heran und dann hat jesus mit dem finger in seinen ohren gebohrt die waren nämlich total verstopft jesus hat den gehörgang des tauben frei gemacht von floskeln von lügen von allgemeinplätzen von vorurteilen ganz tief drinnen das alles hatte den mann taub gemacht er konnte durch diesen ganzen wust nicht mehr richtig hindurchhören. jesus hat das geschafft indem er ganz nahe an den mann heranging und nicht bloß distanziert belehrungen und ermahnungen erteilte von oben herab

als jesus den stummen hellte ja was da?! da ist er ganz nahe herangegangen an diesen stummen menschen hat ihn umarmt hat sich nicht distanziert verhalten wie ein mensch ist er ganz nahe herangegangen und hat mit dem finger speichel aus seinem mund genommen und den speichel dem stummen auf die zunge gestrichen ganz konkret furchtbar konkret bah speichel! wo bleibt da die hygiene aber was ist bei verliebten 'bah " und diese ungeheure menschliche ndhe diese nicht gespielte zuneigung löste und erlöste den stummen das ist erlösung! wenn einer so kommt -

da tat der stumme seinen mund auf das alles vorher war vielleicht wortlos zugegangen wie liebesspiele wortlos vor sich gehen und jetzt spricht auch jesus mit ihm dem nicht mehr stummen und sie verstehen sich und von da an wagte der stumme wieder mit menschen zu sprechen weil er einem menschen begegnet war denn sprechen ist ein wagnis wenn es nicht bloßes plappern sein soll nichtssagendes plappern wirkliches sprechen ist ein wagnis dieser stumme wagte wieder den mund aufzutun weil er einen menschen gegenüber hatte dem er sich öffnen konnte ohne gedemütigt zu werden deshalb wagte er wieder den mund aufzutun.

Wilhelm Willms

 

 

 

Leichenreden

als sie mit zwanzig ein kind erwartete wurde ihr heirat befohlen

als sie geheiratet hatte wurde ihr verzicht auf alle studienpläne befohlen

als sie mit dreißig noch unternehmungslust zeigte wurde ihr dienst im hause befohlen

als sie mit vierzig noch einmal zu leben versuchte, wurde ihr anstand und tugend befohlen

als sie mit fünfzig verbraucht und enttduscht war zog ihr mann zu einer jüngeren frau

liebe gemeinde wir befehlen zu viel wir gehorchen zu viel wir leben zu wenig

Kurt Marti

 

 

 

Möge der, welcher unser Vater für die Christen ist, Jahwe für die Juden, Allah für die Mohammedaner, Buddha für die Buddhisten, Brahma für die Hindus, möge dieses allmöchtige und allwissende Wesen, das wir als Gott anerkennen, den Menschen den Frieden geben und unsere Herzen in einer geistigen Bruderschaft vereinen.

Gebet aus Indien

 

 

 

Wir wohnen Wort an Wort Sag mir dein liebstes Freund meines heißt Du

Rose Ausländer

 

 

 

Je treulicher du nach innen lauschst, um so besser wirst du hören, was um dich ertönt. Nur wer hört, kann sprechen. Führt hier der Weg zur Vereinigung der beiden Träume: das Leben in Klarheit zu spiegeln - in Reinheit zu gestalten?

Dag Hammorskjöld

 

 

 

Das der echten Herzensnot entwachsene Wort, das das eigene Herz stärken soll, stärkt auch die Herzen der Hörenden.

Jean Gebser

 

 

 

Liebes-Lied

Wie soll ich meine Seele halten, daß sie nicht an deine rührt? Wie soll ich sie hingeben über dich zu andern Dingen? Ach gerne möcht ich sie bei irgendwas Verlorenem im Dunkel unterbringen an einer fremden stillen Stelle, die nicht weiterschwingt, wenn deine Tiefen schwingen. Doch alles, was uns anrührt, dich und mich, nimmt uns zusammen wie ein Bogenstrich, der aus zwei Saiten eine Stimme zieht. Auf welches Instrument sind wir gespannt? Und weicher Geiger hat uns in der Hand? 0 süßes Lied.

Rainer Maria Rilke

 

 

 

'Wie man seinen Nächsten lieben muß"

Der Sassower erzählt einem seiner Jünger: 'Die Erkenntnisse wahrer Nächstenliebe verdanke ich einem Gespräch zweier Dorfleute, denen ich zuhörte.'

Erster: 'Sag' mir, Freund lwan, liebst du mich?'

Zweiter: 'Ich liebe dich sehr.'

Erster: 'Weißt du Freund, auch, was mir weh tut?' Zweiter: 'Wie kann ich denn wissen, was dir weh tut?' Erster: 'Wenn du nicht weißt, was mir weh tut, wie darfst du auch nur sagen, daß du mich lieb hast?'

'Verstehst du Hersch', führte der Sassower aus, 'lieben, wirklich lieben, heißt wissen, was dem andern weh tut.'

Martin Buber

 

 

 

Der Kreis

Hier die Geschichte, wie Rabbi Jaakob-Jossef von Polnoje für den Chassidismus gewonnen wurde.

Eines morgens kam er zur Synagoge von Schar!grod und fand sie leer.

"Wo sind die Gläubigen?" erkundigte er sich beim Schammes.

'Auf dem Marktplatz."

'Alle? Zu dieser Stunde, die doch die Gebetsstunde ist?»

'Ja, nun also: Dort ist nämlich dieser Fremde. Er erzählt Geschichten. Und wenn er spricht, will keiner weggehen. "

'Ah, der Unverschämte! Geh und bring ihn her!"

Dem Schammes blieb nichts anderes übrig, als zu gehorchen:

Das war sein Geschäft. Er lief zum Marktplatz, trat zu dem Erzähler hin und teilte ihm den Befehl mit. 'Gut", sagte der Fremde ruhig. 'Ich komme."

Der Rabbiner empfing ihn sitzend.

'Wer bist du, daß du es wagst, diese Gemeinde vom Wege des Herrn wegzulocken?"

'Erzürnt Euch nicht", sagte der Besucher. "Ein Rabbiner wie ihr sollte niemals in Zorn geraten. Hört lieber eine Geschichte."

'Was! Noch mehr Geschichten! Deine Frechheit übersteigt alle Grenzen! Willst du mich noch zorniger machen?!"

'Man muß den Zorn beherrschen können", erwiderte der Besucher sanft. 'Hört mich an ..."

Im Tonfall des Fremden war etwas, das den Rabbiner so aus der Fassung brachte, daß er schwieg: er konnte nicht anders, als zuhören: noch nie hatte es ihn so danach verlangt, zuzuhören.

'Es ist eine Geschichte, die mir zugestoßen ist", sagte der Baal-Schem. 'Ich reiste in einer Kutsche, die von drei Pferden gezogen wurde -jedes hatte eine andere Farbe, und keines wieherte. Und ich verstand nicht, warum die Tiere stumm waren. Bis zu dem Tag, an dem ich einem Bauern begegnete, der mir zurief, die Zügel locker zu lassen. Auf der Stelle begannen die drei Rosse zu wiehern."

Wie in einer jähen Erleuchtung verstand der Rabbiner von Scharigrod die Bedeutung des Gleichnisses: Damit die Seele in Schwingung gerate, muß man sie freilassen; zuviel Zwang droht sie zu ersticken.

Er erzählte:

'Eingedenk des Talmudwortes, wonach es genügt, daß alle Menschen bereuen, damit der Messias komme, beschloß ich, in diesem Sinn auf sie einzuwirken. Ich war sicher, daß es mir gelingen würde. Aber wo beginnen? Die Welt ist so groß. Ich würde mit dem Land anfangen, das ich am besten kannte: Mit meiner Heimat. Aber es ist riesengroß, mein Land. Gut, beginne ich also mit der Stadt, die mir am nöchsten liegt: mit meiner

Stadt. Aber sie ist groß, meine Stadt, ich kenne sie kaum. Schön, ich fange also in meiner Straße an. Nein: mit meinem Haus. Nein: mit meiner Familie. Also gut, ich werde mit mir selbst anfangen."

Elie Wiesel

 

 

 

Ich liebe Dich jetzt weit, weit mehr ...

'Es ist morgens, der 16. November, und ich schreibe weiter. Der Bote hat keinen Brief gebracht. Ich weiß nun wohl, daß es Dir mindestens nicht schlechter geht, aber weit lieber wöre es mir gewesen, wenn ein Zettel gekommen wöre, des Inhalts: der gnädigen Frau geht es wieder besser. So hängt mit allen Fäden mein Herz an Dir, daß jedes Ding, welches Dich angenehm oder unangenehm berührt, an diesen Fäden zu mir fortläuft, und die gleiche Empfindung in mir erregt ... Und wenn mich heute Gott zu sich abruft, so sage ich: Herr, ich danke dir, du hast mir ein großes Glück auf dieser Erde gewährt. Freilich, wenn Gott ganz besonders gütig gegen uns sein wollte, so ließe er uns noch eine Zeit, in der nicht so viele Sorgen wären, beisammen; durch das vergangene Ungemach sind wir nur näher aneinander gebunden, und das zukünftige Glück wäre noch größer als das vergangene. Merkwürdig ist es, daß Alter und Jahre hier keinen Abbruch tun, überhaupt keinen anderen, als einen guten Einfluß haben.

Ich liebe dich jetzt weit, weit mehr, als da Du ein zweiundzwanzigjöhriges, blühendes, unbeschreiblich schönes Müdchen warst, und Du liebst mich alten Mann mit allen seinen Wunderlichkeiten und Grillen mehr als den jungen, kräftgen, gleichsam Himmel und Erde stürmenden.

Und diese Liebe wird nicht geringer werden, sondern wachsen, und im Hochalter, wenn uns eines beschieden ist, werden wir völlig eins in dem andern und gleich sein..."

Adalbert Stifter

 

 

 

Schönreden

Ein gelehrter Mann, der einst Sabbatgast an Rabbi Baruchs Tisch war, sagte zu ihm: 'Laßt uns nun Worte der Lehre hören, Rabbi, Ihr redet so schön!" 'Ehe daß ich schön rede", antwortete der Enkel des Baalschem, 'möge ich stumm werden! "

Chassidische Geschichte

 

 

 

'Wie ich auch sonst schon gesagt habe: Wöre ein Mensch so in Verzückung, wie's Sankt Paulus war, und wüßte einen kranken Menschen, der eines Süppleins von ihm bedürfte, ich erachtete es für weit besser, du ließest aus Liebe von der Verzückung ab und dientest dem Bedürftigen in größerer Liebe."

Meister Eckhart

 

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Wofür braucht man 40.000 Schnecken ???

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