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Ludwig van Beethoven - Fidelio 6

Rezitativ und Arie - Abscheulicher, wo eilst du hin? Leonore

LEONORE
(tritt in heftiger innerer Bewegung von der anderen Seite auf und sieht den Abgehenden mit steigender Unruhe nach)

Abscheulicher!
Wo eilst du hin?
Was hast du vor in wildem Grimme?
Des Mitleids Ruf,
der Menschen Stimme,
rührt nichts mehr deinen Tigersinn!
Doch toben auch
wie Meereswogen
dir in der Seele Zorn und Wut,
so leuchtet mir ein Farbenbogen,
der hell auf dunkeln Wolken ruht.
Der blickt so still,
so friedlich nieder,
der spielgenlt alte Zeiten wieder,
und neu besänftigt
wallt mein Blut.
Komm, Hoffnung,
laß den letzten Stern
der Müden nicht erbleichen!
O komm,
erhelle mein Zeil,
sei's noch so fern,
o komm,
die Leibe wird's erreichen.
Ich folg dem inner'n Trieben,
ich wänke nicht,
mich stärkt die Pflicht
der treuen Gattenliebe!
O du,
für den ich alles trug,
könnt' ich zur Stelle dringen,
wo Bösheit dich in Fesseln schlug,
und süßen Trost dir bringen!
Ich folg dem inner'n Tireben,
ich wänke nicht,
mich stärkt die Pflicht
der treuen Gattenliebe!

(Rocco kommt aus dem Garten, Marzelline aus ihrem Haus.)

Vater Rocco, ich ersuche euch schon Leonore, Marzelline, Rocco

 

LEONORE
Vater Rocco,
ich ersuchte Euch
schon einige Male,
die armen Gefangenen
in unseren Schloßgarten zu lassen.
Ihr verspracht
und verschobt es
immer wieder.
Heute ist das Wetter so schön!
Der Gouverneur
kommt um diese Zeit
nicht hierher.

ROCCO
Kinder, ohne Erlaubnis des Gouverneurs?

MARZELLINE
Aber er sprach so lange mit dir.
Vielleicht sollst du ihm
einen Gefallen tun?

ROCCO
Einen Gefallen?
Du hast recht, Marzelline.
Auf diese Gefahr hin
kann ich es wagen.
Wohl denn,
öffnet die leichteren Gefängnisse.
Ich aber gehe zu Pizarro
und halte ihn zurück, indem ich
für dein Bestes rede.

(Rocco geht ab. Leonore und Jaquino schließen die wohlverwahrten Gefängnistüren auf, ziehen sich dann mit Marzelline in den Hintergrund und beobachten mit teilnahme die nach und nach auftretenden Gefangenen.)

Anne Schwanewilms als Fidelio mit den Gefangenen (Dallas Opera Chor).

 

Finale - Oh, welche Lust Chor / zwei Gefangene

GEFANGENEN
O, welche Lust!
in freier Luft den Atem
leicht zu heben, O, welche Lust!
nur hier, nur hier ist Leben,
der Kerker eine Gruft!

ERSTER GEFANGENE
Wir wollen mit Vertrauen
auf Gottes Hülfe,
auf Gottes Hülfe bauen,
die Hoffnung flüstert sanft mir zu,
wir werden frei,
wir finden Ruh'.

GEFANGENEN
(jeder für sich)

O Himmel Rettung,
welch ein Glück,
o Freiheit, Freiheit,
kehrst du zurück?

ZWEITE GEFANGENE
Sprecht leise, haltet euch zurück,
wir sind belauscht mir
Ohr und Blick.

Die Männer des Dallas Opera Chors

GEFANGENEN
Sprecht leise, haltet euch zurück,
wir sind belauscht mir
Ohr und Blick.
Sprecht leise, ja leise!
O welche Lust!
In freier Luft
den Atem leicht zu heben!
O welche Lust!
Nur hier,
nur hier ist Leben.
Sprecht leise,
haltet euch zurück!
Wir sind belauscht
mit Ohr und Blick.

(Die Gefangenen entfernen sich in den Garten, Rocco und Leonore nähern sich der Vorderbühne.)

Nun sprecht, wie gings Leonore, Rocco

LEONORE
Nun sprecht, wie ging's?

ROCCO
Recht gut, recht gut !
Zusammen rafft' ich meinen Mut,
und trug ihm alles vor,
und sollst du's glauben,
was er zur Antwort mir gab?
Die Heirat, und daß du mir hilfst,
will er erlauben,
noch heute fuhr
ich in den Kerker dich hinab.

LEONORE
Noch heute? noch heute?
O welch ein Glück!
o welche Wonne!

ROCCO
Ich sehe deine Freude;
nur noch ein Augenblick,
dann gehen wir schon Beide, ja,
dann gehen wir schon beide.

LEONORE
Wohin?

ROCCO
Zu jenem Mann hinab,
dem ich seit vielen Wochen
stets weniger zu essen gab.

LEONORE
Ha, wird er losgesprochen?

ROCCO
O nein!

LEONORE
So sprich!

ROCCO
O nein!
Wir müssen ihn, doch wie,
befrein, er muß in einer Stunde,
den Finger auf dem
Munde von uns sein.

LEONORE
So ist er tot?

ROCCO
Noch nicht, noch nicht!

LEONORE
Ist, ihn zu töten,deine Pflicht,

ROCCO
Nein, guter Junge,
zittre nicht!
Zum Morden,
dingt sich Rocco
Der Gouverneur,
kommt selbst hinab,
wir beide graben nur das Grab.

LEONORE
(für sich)

Vielleicht das Grab des Gatten graben,
was kann fürchterlicher sein?

ROCCO
Ich darf ihn nicht mit Speise laben,
ihm wird im Grabe besser sein.
Wir müssen gleich zum Werke schreiten,
du mußt mir helfen,
mich begleiten;
hart ist des Kerkermeisters Brot.

LEONORE
Ich folge dir, wär's in den Tod!

ROCCO
In der zerfallenen Zisterne bereiten
wir die Grube leicht;
ich tu es, glaube mir, nicht gerne,
auch dir ist schaurig,
wie mich deucht?

LEONORE
Ich bin es nur noch nicht gewohnt.

ROCCO
Ich hätte gerne dich verschont,
doch wird mir allein zu schwer,
und gar so streng ist unser Herr.

LEONORE
(für sich)

O welch ein Schmerz!

ROCCO
(für sich)

Mir scheint, er weine.
Nein, du bleibst hier,
ich geh' alleine, ich geh' allein,
du bleibst hier!

LEONORE
O nein, o nein, ich muß ihn seh'n,
den Armen sehen,
und müßt ich selbst zugrunde gehen!

BEIDE
O säumen wir nun länger nicht,
wir folgen unsrer strengen Pflicht.

(Jaquino und Marzelline atemlos hereinstürzend)

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Quellen: http://www.forumopera.com/ - http://www.metopera.org/l - http://www.omm.de/veranstaltungen/ - http://www.dallasopera.org/ - http://www.musicalpointers.co.uk/ - http://www.effacta.nl/ - http://perso.wanadoo.fr/operavivi/galerie/pages/ - http://www.clevelandopera.org/ - http://www.markbeesley.com/photos.asp - http://www.oper-hersfeld.de/ - http://www.geocities.com/jrpsong/fidelio.html - http://www.filmkultura.hu/ - http://www.historicopera.com/ - http://haydnphil.org/ - http://www.baltimoreopera.com/ - http://www.clevelandopera.org/l - http://www.varsity.cam.ac.uk/ - http://www.francescazambello.com/ - http://www.culturevulture.net/ - http://www.seattleopera.org/ - http://faculty.washington.edu/ - http://negrin.com/ - http://www.forumopera.com/- http://members.aol.com/sjjsoprano/ - http://www.library.ucsb.edu/- http://www.gopera.com/ - http://www.klassik-in-berlin.de/ - http://www.lvbeethoven.com/ -

Warum zahlt jemand, damit er drauf ist ???

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